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Ausschreibungsreihe "Polaritäten in der Wissensgesellschaften"

Die zunehmende Internationalisierung der Wissenschaften, vergleichbare Qualitätsstandards und Leistungsindikatoren sowie die Notwendigkeit zur Einwerbung kompetitiver Drittmittel stellen immer höhere Ansprüche an einen Forschungsstandort und damit auch an das (forschungs)politische Umfeld. Gleichzeitig ist die Grundlagenforschung mehr und mehr gefordert, auf gesellschaftliche Bedürfnisse einzugehen und bedarf adäquater Finanzierungsmodelle. Diese Tendenzen gelten im Großen und Ganzen für sämtliche Disziplinen, für die Geistes-, Sozial-, Kunst- und Kulturwissenschaften (kurz: GSK-Wissenschaften) aber im Besonderen. Im Vergleich zu technologiebezogenen Disziplinen (zB elektronische Medien, Simulation, Fahrzeuge der Zukunft) bleibt die öffentliche Wahrnehmung von geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen eher gering. Forschungsaufträge der Wirtschaft sind im Wesentlichen nicht vorhanden, die Sponsorenliste bleibt überschaubar.

Doch gerade die GSK-Wissenschaften übernehmen eine wichtige Funktion in Hinblick auf die gesellschaftliche, kulturelle und demographische Entwicklung unseres Landes, sie sind kritische Stimmen und "Wissensspeicher" zugleich und leisten einen weitaus größeren Beitrag zur Entwicklung ernsthafter Lösungsansätze, als von der Öffentlichkeit wahrgenommen oder (wert)geschätzt wird.

Die im Jahr 2014 eingerichtete Ausschreibungsreihe Polaritäten in der Wissensgesellschaft unternimmt vor dem Hintergrund dieser Leitgedanken den Versuch, sich der aktuellen Herausforderungen an Wissenschaft, Forschung und Entwicklung anzunehmen und dabei sowohl der Besonderheiten des Wissenschaftsstandortes Steiermark als auch der unterschiedlichen Anforderungen einzelner Disziplinen bewusst zu bleiben; sie unterstützt vornehmlich die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften bei der Etablierung von Netzwerken und der Einbindung in internationale Großforschungsprogramme. Das Förderungsformat ist thematisch gebunden und greift brisante Problemstellungen auf: die jährliche Fokussierung auf ein aktuelles Spezialthema wie auch die limitierte Förderungsprojektauswahl stellen Qualität vor Quantität.

Interdisziplinarität, Chancengleichheit, Diversität und wissenschaftliche Integrität sind grundsätzlich voraus zu setzen.

Gesellschaftswissenschaften © pixabay - Ohne Rechte
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