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Förderungsgalerie

Wir stellen einige Projekte aus unserer Förderungswerkstatt vor. Leider können wir nicht alle Vorhaben präsentieren - haben Sie bitte Verständnis für diese rein exemplarische Auswahl! Interessante Beiträge finden Sie auch in unserem Förderungsarchiv.

 

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"Recy & DepoTech 2018" (Leoben, 7./9. November 2018)

Heuer findet die (biennal ausgetragene) Großveranstaltung "Recy & DepoTech" bereits zum vierzehnten Mal statt - es handelt sich um die größte abfallwirtschaftliche Fachtagung im deutschsprachigen Raum. Die Veranstaltung dient insbesondere als Plattform für den Erfahrungs- und Wissensaustausch zwischen Wissenschaft und Praxis. Durch die Präsentation von hochqualitativen technisch-wissenschaftlichen Beiträgen wird sowohl der Stand der Wissenschaft in den konkreten Disziplinen vorgestellt, als auch ein Wegweiser für die Zukunft abgeleitet.

Das Programm der Recy & DepoTech 2018 gliedert sich grundsätzlich in die Bereiche Recycling und Abfallverwertung, Abfallwirtschaft und Ressourcenmanagement, Deponietechnik und Altlasten sowie Internationale Abfallwirtschaft und Spezielle Recyclingthemen.

Vorträge, eine Begleitausstellung und eine Fachausstellung speziell für Firmenpartner bilden das reichhaltige Programm. Über 600 Teilnehmende werden insgesamt erwartet. Die Recy & DepoTech richtet sich auch heuer an alle Personen aus Wissenschaft und Praxis mit Fachkompetenz und Interesse an abfallwirtschaftlichen Problemen und deren Lösungen, von wissenschaftlichen Expertinnen und Experten über Planer, Errichter und Betreiber einschlägiger Produkte und Anlagen bis hin zu politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern, Vertreterinnen und Vertretern von Benörden kommunaler Einrichtungen.

Externe Verknüpfung KONFERENZPROGRAMM

Recy & Depotecht_Posterausstellung © Montanuniversität Leoben
Recy & Depotecht_Posterausstellung
© Montanuniversität Leoben

"Worlding Science Fiction: Building, Inhabiting and Understanding Science Fiction Universes" (Graz, 6. bis 8. Dezember 2018)

In seinem Aufsatz "Der Ursprung des Kunstwerkes" hielt der deutsche Philosoph Martin Heidegger fest, dass Kunstwerke Welten erschaffen. Der amerikanische Literaturwissenschafter Carl Malmgren konstatierte in den frühen 1990ern, dass das entscheidende Charakteristikum der Science Fiction nicht die Geschichten seien, die das Genre erzählt, sondern die Welten, die sie erschafft. Sowohl Heidegger als auch Malmgren zeigten somit die Bedeutung des "World-Building" auf: fiktionale Geschichten erzählen nicht einfach Geschichten, sie erschaffen Welten. Und diese Welten sind natürlich sozio-historisch beeinflusst - sie diagnostizieren Probleme in der Gegenwart und imaginieren Zukunftsvisionen.

Eine Tagung der Karl-Franzens-Universität Graz nimmt diese Ideen als Ausgangspunkt für die wissenschaftliche Diskussion von Welten in der Science-Fiction. "Welten" hat hier eine mannigfaltige Bedeutung und öffnet die wissenschaftliche Auseinandersetzung in unterschiedliche Richtungen (Welche identitätspolitischen Dimensionen nehmen Einfluss auf die Welt? Wie formen wir Welten und inwieweit unterscheiden sich nicht-westliche Welten von westlichen? Und wie leben "Fans" und andere Gruppen in grundsätzlich fiktionalen Welten?)

Diese Fragen stehen im Blickpunkt der 3tägigen Veranstaltung, die vom Institut für Amerikanistik ausgerichtet wird.

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Worlding Science Fiction © Timna Simonson für Karl-Franzens-Universität Graz
Worlding Science Fiction
© Timna Simonson für Karl-Franzens-Universität Graz

„Persistente Formen der Diskriminierung von Rom_nia in der steirisch-burgenländischen Erinnerungskultur und Menschenrechtspraxis“

Das an der Karl-Franzens-Universität Graz am Institut für Geschichte in Kooperation mit dem UNI-ETC interdisziplinär durchgeführte Forschungsprojekt „Persistente Formen der Diskriminierung von Rom_nia in der steirisch-burgenländischen Erinnerungskultur und Menschenrechtspraxis" verbuchte einen weitreichenden Erfolg; es ging der Frage nach, warum Roma (Männer) und Romnia (Frauen) in der Steiermark und im Burgenland weiterhin Diskriminierungen erfahren, obwohl sie immer öfter als Opfergruppe der NS-Herrschaft anerkannt werden.

Unter der Projektleitung von Ass.-Prof. Dr. Ursula K. Mindler-Steiner und der stv. Projektleitung von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Benedek wurde in Kooperation mit der Andrássy Universität Budapest (AUB), dem Haus der Geschichte Österreich (HdGÖ) und dem Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) und besonders durch die Zusammenarbeit mit Vertreter_innen wichtiger Organisationen der Romani Community sowie im Bereich der Menschenrechte den Zusammenhängen und Widersprüchen zwischen Erinnerungskulturen und gegenwärtiger Praxis im Bildungsbereich sowie im öffentlichen Raum nachgegangen. Im Zuge des Forschungsprojektes wurden von den Projektdurchführenden (Dr. Stefan Benedik und Mag. Gregor Fischer) Feldforschungen und Interviews sowie Analysen von Darstellungsformen (beispielsweise in den Medien) und politischen Handlungsfeldern für Roma und Romnia durchgeführt. Dabei konnte das Projekt sehr klar aufzeigen, dass Erinnerungsprojekte keine einfachen Lösungen gegen rassistische Diskriminierung darstellen - Vereine und Organisationen schaffen hingegen eher Möglichkeiten zur Veränderung gesellschaftlich-kultureller Ausgrenzung, unter der Voraussetzung, dass sie von ihnen selbst geschaffene Formen von Ein- und Ausschluss kritisch hinterfragen.

Nähere Details erfahren Sie Externe Verknüpfung hier.

Denkmal in Oberwart © Stefan Benedik
Denkmal in Oberwart
© Stefan Benedik

Forschungszentrum für Kinderunfälle: *Spaß am Spielplatz" - Unfallverhütung

Das Forschungszentrum für Kinderunfälle im Österreichischen Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter, ein selbstständiger Schwesternverein des Vereins „Große schützen Kleine", hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Kompetenzzentrum im Bereich der Ursachenforschung für Kinderunfälle entwickelt. Auf wissenschaftlicher Ebene ist das Zentrum mit allen relevanten Disziplinen bzw. Forschungseinheiten des Universitätsklinikums Graz vernetzt und unterstützt - im nationalen wie auch übernationalen Kontext - die Präventionsarbeit mit Erkenntnissen aus der vielfältigen Forschungsarbeit.

Im Blickpunkt steht zurzeit die Untersuchung der Gefahrenquellen am Spielplatz: die Erkenntnisse über Probleme auf Spielplätzen an sich oder auch mit Geräten werden in der Folge an den „Produktsicherheitsbeirat" des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz heran getragen, etwa um Veränderungen in den Normen zu bewirken. Der Schwesternverein Große schützen Kleine unterstützt und vermittelt die Forschungen durch mediale Aufbereitung und einprägsame, öffentlichkeitswirksame Aktivitäten. Auf Nachwuchsförderung wird besonderer Wert gelegt: In diesem Zusammenhang soll ein Doktorand bzw. eine Doktorandin für dieses Thema gewonnen werden.

Präventionsarbeit muss effektiv und effizient erfolgen: Forschungserkenntnisse müssen in einen Transfer und somit auch in das Lebensumfeld der Bevölkerung münden - entsprechende Präventions- und Interventionskonzepte sind erforderlich. Das „Styrian Injury Surveillance System" der KAGES und des Universitätsklinikums Graz bildet die Grundlage des Forschungszentrums für Kinderunfälle und erfasst und analysiert alle Unfälle der steirischen Bevölkerung im Allgemeinen und die Kinderunfälle im Besonderen.

Bub auf Rutsche am Spielplatz  © Pixabay - zur verfügung gestellt vom Forschungszentrum für Kinderunfälle
Bub auf Rutsche am Spielplatz
© Pixabay - zur verfügung gestellt vom Forschungszentrum für Kinderunfälle

"Meine Seele hört im Sehen. Tasteninstrumente als kunsthistorische Objekte. Cembalo, Clavichord, Spinett, Virginal"

Die Bandbreite historischer Tasteninstrumente aus rund vierhundert Jahren reicht vom nahezu schmucklosen Schul- und Hausinstrument bis zum kostenbar gestalteten Patrizier-Musikmöbel. Heidelinde Pollerus nimmt die bislang von der kunsthistorischen Forschung nur marginal betrachtete ästhetische Ausstattung in den Blick und unterzieht diese einer interpretatorischen Analyse. Signaturen und Instrumenten-Mottos werden ebenso fokussiert wie die Resonanzböden und Rosetten, charakteristische Themen von Deckelgemälden und deren teilweise komplexe Bildfindungen, Entwurfsgrafiken, Vergleiche zwischen Deckelgemälden und anderen Werken der Malerei sowie spezifische Motive aus dem Bereich der Ornamentik. In all diesen Elementen spiegelt sich auch die kulturelle Dimension der jeweiligen Zeit: aus diesem Grund werden gestesgeschichtliche Tendenzen, Moden und Traditionen, spirituelle und religiöse Weltanschauungen, Antikenrezeption, Epochenverschleppung und die Ökonomisierung symbolischer Elemente zu kommerziellen "Marken" thematisiert.

Die Autorin deutet die Vernüpfung von Gehörsinn und Sehsinn schon im Titel an und spielt damit auf die beabsichtigte Wirkung der Instrumentendekoration an: sie zielt jenseits ihrer repräsentativen Funktion auf eine Verschränkung der visuellen und akustischen Eindrücke für die Hörenden, auf die Inspration der Spielenden und, im spirituellen Sinn, auf die Würdigung des Instrumentes als Medium für das "Donum Dei", die Musik.

Die Publikation erschien im Leykam Buchverlag.

"Meine Seele hört im Sehen" . Buchcover © Leykam Buchverlag / Heidelinde Pollerus
"Meine Seele hört im Sehen" . Buchcover
© Leykam Buchverlag / Heidelinde Pollerus

"Wir und Passarowitz. 300 Jahre Nachhaltigkeit in Europa" (April/November 2018)

Zurzeit ist im Grazer Zeughaus die Ausstellung "Wir und Passarowitz" zu sehen - wir legen Ihnen einen Besuch sehr ans Herzen!

Die Relevanz des Friedens von Passarowitz und des dazu gehörenden Vertragswerkes für die Geschichte des Landeszeughauses, die Rolle der Balkanländer für die steirische Wirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart, die Verkehrsvernetzung zwischen Mittel- und Südosteuropa unter Einbindung der Steiermark, die Rolle Josef von Hammer-Purgstalls und Anton Prokesch‘ von Ostens für die Orientalistik, Erzherzog Johanns Griechenland- und Türkeireise - all diese und weitere, auch und insbesondere die Steiermark betreffende Aspekte wirken bis heute nach und werden im Projektrahmen aufgegriffen und anschaulich dargestellt.

Mit der Ausstellung und den darauf folgenden Veranstaltungen (wissenschaftliches Symposion & Vortragsreihe) wird ein historisches Themen mit deultlicher (!) Gegenwartsrelevanz aufbereitet und auch an breitere Kreise des (vor allem steirischen) Publikums herangeführt, ganz im Sinne des Gründungsauftrages der Gesellschaft zur Erforschung des 18.Jh. im südöstlichen Europa (SOG18, c/o Karl-Franzens-Universität Graz). Die Gründung der Gesellschaft mit Sitz in Graz war nicht nur eine Konsequenz aus der langjährigen Auseinandersetzung in Forschung und Lehre zu diesem Thema, sondern auch eine Folge des an der Universität Graz im Jahre 2011 abgehaltenen „13. Internationalen Kongress zur Erforschung des 18. Jahrhunderts".

Interdisziplinarität wird groß geschrieben: eine Thema wie dieses verlangt geradezu die Einbindung mehrerer Fachdisziplinen, insbesondere (Geschichte, Kunstgeschichte, Musikgeschichte, Ethnologie, Archäologie, Rechtsgeschichte, Sprach- und Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Politologie und Museologie).

Externe Verknüpfung Einladung zur Ausstellungseröffnung am 5. April 2018

Externe Verknüpfung https://suedosteuropa-18-jahrhundert.uni-graz.at/

 

Ausstellung: "Wir und Passarowitz" © Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
Ausstellung: "Wir und Passarowitz"
© Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

Children Born of War (CHIBOW)

Das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung (kurz: BIK) ist Teil des EU-geförderten Horizon 2020 Marie Skłodowska-Curie Actions Innovative Training Network „Children Born of War - Past Present Future", kurz CHIBOW. Das Netzwerk ermöglicht einer jungen Forschergeneration, die Erfahrungen von „Kindern des Krieges" in verschiedenen Konflikt- und Postkonfliktsituationen des 20. Jahrhunderts zu erforschen.

 Das interdisziplinäre Netzwerk untersucht die Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten des 20. Jahrhunderts auf das Leben von Kindern, die aus sexuellen Kontakten zwischen einheimischer Bevölkerung und (feindlichen) Soldaten hervorgingen. Es erforscht, ob und wie sich Militärbehörden und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen an der Integration dieser Kinder - und deren Mütter - in den jeweiligen Gesellschaften beteiligten. Gleichzeitig werden Faktoren aufgezeigt, welche die psychosoziale Entwicklung der Kinder, die Erinnerung an den Krieg im Allgemeinen, aber auch gesellschaftliche Normen und Vorstellungen beeinflussten.

Innerhalb der Projektlaufzeit von vier Jahren (2015-2019) entwickelten und entwickeln 15 Dissertanten - über die jeweiligen Fachgrenzen hinweg - gemeinsam neue Perspektiven auf dieses Thema. Das Netzwerk konzentriert sich dabei auf folgende vier Aspekte: Die Erfahrungen von „Kindern des Krieges" im historischen Kontext am Beispiel von vier Konflikten des 20. Jahrhunderts; Konflikt und Erinnerung; Bildung und Nationalität; Kinder und Gemeinschaft.

Am BIK forscht Lukas Schretter insgesamt drei Jahre lang zu britischen Besatzungskindern in Österreich und Deutschland sowie den Kindern von „war brides" in Großbritannien. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er auf Basis archivalischer Quellen und lebensgeschichtlicher Interviews die Lebens- und Sozialisationsbedingungen dieser Kinder.

Die Koordination des CHIBOW-Netzwerkes liegt bei Sabine Lee, Universität Birmingham (Großbritannien). Barbara Stelzl-Marx ist „Director of Research", Heide Glaesmer und Marie Kaiser von der Universität Leipzig sind „Director of Training" und „Ethics Lead".

Weitere Informationen finden Sie unter:

Externe Verknüpfung www.bik.ac.at

Externe Verknüpfung www.chibow.org

 

Helmut Köglberger und Eva Krammer, 1949 oder 1950 © Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Köglberger
Helmut Köglberger und Eva Krammer, 1949 oder 1950
© Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Köglberger

"URBAN LANGUAGE RESEARCH. Variation - Contact - Perception" (Graz, 31. Oktober bis 3. November 2018)

In der modernen Variations- und Soziolinguistik rückt die Stadtsprachenforschung mehr und mehr in den Fokus. Die Stadt - als ein komplexes, soziokulturelles Phänomen - stellt einen Raum sprachlicher Varianz dar und ist somit für die Untersuchung von Prozessen des sprachlichen Wandels geradezu prädestiniert. Die Stadt ist ein Ort der Kommunikation, der insbesondere durch innere und äußere Mehrsprachigkeit gekennzeichnet ist - im Vergleich zu kleineren ländlichen Gebieten ist in einer Stadt eine ungleich größere Varianz zu finden.

Aufgrund ihrer Rolle als Wissenschafts- und Verwaltungszentrum kann die Stadt auch ein Ort von deutlicher sprachlicher Homogenisierung und Koinésierung sein, was in weiterer Folge Einfluss auf die regionale Umgebung hat. Aufgrund dieser Komplexität hat sich eine Bandbreite an Methoden und Techniken zur Erforschung von Stadtsprachen heraus kristallisiert.

Mit der Ausrichtung der Internationalen Konferenz "URBAN LANGUAGE RESEARCH. Variation - Contact - Perception" (Graz, 31. Oktober bis 3. November 2018) an der Karl-Franzens-Universität Graz ist mit Graz erstmalig (!) eine österreichische Stadt Gastgeberin einer wissenschaftlichen Großveranstaltung im Rahmen der internationalen Stadtsprachenforschung. Die Konferenz geht aus dem Projektvorhaben der Universität Graz (Institut für Germanistik) mit dem Titel "Wien und Graz - Städte und ihre sprachlichen Strahlkräfte" hervor und wird über 100 Teilnehmende in der Landeshauptstadt versammeln.

Bisher steht der regen Auseinandersetzung mit Stadtsprachen im deutschen Sprachraum, aber auch im europa- und weltweiten sprachwissenschaftlichen Diskurs eine in Österreich lediglich in Ansätzen vorhandene Stadsprachenforschung gegenüber - dies soll sich mit der renommierten Veranstaltung deutlich ändern.

Externe Verknüpfung Nähere Informationen sind der Webseite der Karl-Franzens-Universität Graz zu entnehmen.

Externe Verknüpfung Tagungsprogramm [html]

URBAN LANGUAGE RESEARCH © Karl-Franzens-Universität Graz, SFB "Deutsch in Österreich"
URBAN LANGUAGE RESEARCH
© Karl-Franzens-Universität Graz, SFB "Deutsch in Österreich"

„Quantum Chromodynamics and Its Symmetries” (Oberwölz, 9./15. September 2018)

Das Standardmodell der Teilchenphysik beschreibt die starken, elektromagnetischen und schwachen Kräfte sowie die Konstituenten der Materie, die Quarks und Leptonen. Es beinhaltet die Quanten-Chromodynamik (QCD) und die Eichtheorie der elektro-schwachen Wechselwirkungen.

Beide Theorien wurden in den 70iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts aufgestellt. Die QCD gilt als DIE grundlegende Theorie der starken Wechselwirkung. Sie ist verantwortlich für das Massenspektrum der Hadronen (Baryonen und Mesonen) sowie die starken Wechselwirkungen unter diesen Elementarteilchen bis hin zu den Kernkräften. Masselose Eichbosonen, die Gluonen, erzeugen die Kräfte zwischen den Quarks.

Die QCD ist bis heute - über 40 Jahre nach ihrer Formulierung durch Gell-Mann, Fritzsch und Leutwyler - weit davon entfernt, vollständig verstanden zu sein. Speziell hinsichtlich der Dynamik des Confinements und der Massenerzeugung der Hadronen fehlen grundlegende Einsichten.

Neuere Untersuchungen der Hadronspektren, die nicht zuletzt in Graz - in Kollaboration mit slowenischen und japanischen Gruppen - durchgeführt wurden, haben jüngst überraschende Ergebnisse gezeitigt und werden heuer im Rahmen einer wissenschaftlichen Veranstaltung in den Blick genommen: Das geplante Symposium in Oberwölz widmet sich speziell den aktuellen Fragen rund um die Symmetrieeigenschaften der QCD.

Der Fachbereich Theoretische Physik am Institut für Physik der Karl-Franzens-Universität Graz hat sich seit über 15 Jahren Untersuchungen der QCD zum Schwerpunkt gesetzt. Rund 15 Wissenschafter/innen (Professoren, Post-Docs und Doktoranden und Doktoandinnen) beschäftigten sich mit verschiedenen Zugängen zu Lösungen der QCD. Nicht zuletzt stehen diese Probleme auch im Fokus des FWF-Doktoratskollegs "Hadrons in Vacuum, Nuclei, and Stars" (seit 2006 an der Karl-Franzens-Universität Graz) Mit den im Lauf der Zeit erzielten Ergebnissen hat sich Graz zu einem international anerkannten Zentrum für QCD entwickelt. In bestimmten einschlägigen Forschungsbereichen konnte eine Vorreiterrolle erzielt werden.

Externe Verknüpfung Nähere Informationen: Veranstaltungswebseite

CMS-Detektor des Large Hadron Colliders (LHC) am CERN in Genf © Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) in Wien
CMS-Detektor des Large Hadron Colliders (LHC) am CERN in Genf
© Institut für Hochenergiephysik (HEPHY) in Wien

Summer School 2018: Identität und Tradition. Kulturgüterschutz im Kontext - Graz, Salzburg, Wien

Nach dem überaus erfolgreichen Start im Jahr 2017 bietet sich für die Karl-Franzens-Universität Graz, im Konkreten für das Institut für Kunstgeschichte, auch heuer die Chance, an der Österreichischen Summer School in Kooperation mit den UNESCO-Städten Salzburg und Wien mitzúwirken, die Sommerakademie für einige Tage (29. Juli bis 2. August 2018) nach Graz zu bringen und den heimischen Umgang mit schützenswerten Kulturgütern in den Blick zu nehmen: "Identität und Tradition. Kulturgüterschutz im Kontext", so lautet das diesjährige Thema der an den wissenschaftlichen Nachwuchs gerichteten Veranstaltung, die von Blue Shields mitgetragen wird. Die Gesamtveranstaltung findet vom 29. Juli bis 11. August 2018 statt.

Im Fokus stehen also die UNESCO-Weltkulturerbe-Städte Graz, Salzburg und Wien. Ausgewählte Kulturerbe-Stätten werden mit Expterinnen und Experten besichtigt und erörtert, um die jeweiligen Strategien der Kulturkommunikation und -vermittlung (auch und gerade im Sinn von "Public to Science"), aber auch der Kulturvermarktung allumfassend zu diskutieren. Aspekte der Denkmal-/Ortsbildpfege und der Stadtentwicklung werden ebenso aufgegriffen und präsentiert wie etwa die Spannung zwischen Tradition und Moderne bzw. moderner Stadtentwicklung im Welt(kultur)erbe. Die Wechselwirkung von materiellem und immateriellem Kulturerbe wird ausführlich und praxisnah diskutiert.

Im Sinn der Nachhaltigkeit profiliert sich somit auch die steirische Landeshauptstadt als wichtiges Österreichisches Weltkulturzentrum: die Grazer Altstadt trägt sei dem 1. Dezember 1999 den Titel "Welkulturerbe", 2010 wurde auch das Schloss Eggenberg miteinbezogen. Es ist deshalb von großer Relevanz, das Steirische Kulturerbe einerseits wissenschaftlich aufzuarbeiten und nachhaltig zu dokumentieren und andererseits die Problemfelder bewusst aufzuzeigen und Lösungen gemeinsam mit den Expertinnen und Experten zu finden. Der Diskurs auf wissenschaftlicher Ebene ist dringend zu forcieren. Um die Kompetenzen und Synergien in Österreich zu bündeln bedarf es eines hohen Maßes an Interdisziplinarität und der Zusammenarbeit einer Vielzahl an Institutionen im Beteich des Kulturschutzes. Al dies gelingt in den Grazer Tagen der Summer School.

Graz_Sackstraße. Innenhof © Manfred Rupprecht
Graz_Sackstraße. Innenhof
© Manfred Rupprecht

"Verwischte Grenzen. Jüdische Identitäten in Zentraleuropa nach 1918" (Graz, 3./6. Juli 2018)

1924 unternahm Joseph Roth eine Reise durch sein Geburtsland Galizien, das „große Schlachtfeld des großen Krieges". Er beschreibt darin eine Gegend der kulturellen, sozialen und ethnischen Vielfalt und zeichnete ein Bild, das sich in Lemberg, als der Stadt „der verwischten Grenzen", verdichtet. Jüdinnen und Juden sind in seinem Reisebericht ebenso allgegenwärtig wie die Folgen des Krieges für die Gesellschaft generell und die Jüdinnen und Juden im Besonderen.

Die 28. Internationale Sommerakademie, die von der Karl-Franzens-Universität Graz (Centrum für Jüdische Studien) in Kooperation mit dem Österreichischen Institut für jüdische Geschichte und den Wiener Vorlesungen ausgerichtet wird, widmete sich den Fragen nach den Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die jüdische Bevölkerung in Zentraleuropa. Dabei geht es allerdings nicht vorrangig um die Kriegsjahre, sondern vielmehr um das Kriegsende und die Folgen des Krieges in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Der große Krieg brachte das Ende der multiethnischen Imperien - der Habsburger, der Romanows ebenso wie des Osmanischen Reiches - und mündete, unterstützt durch die Parole des Selbstbestimmungsrechtes der Völker von Woodrow Wilson, in den Siegeszug des homogenisierenden nationalstaatlichen Prinzips. In einer Region struktureller ethnischer und religiöser Heterogenität musste dies jedoch zwangsläufig zu Problemen und in vielen Fällen zu Gewalt führen. Der Bruch von 1918, der in Nord- und Osteuropa in weitere kriegerische Auseinandersetzungen mündete, charakterisierte sich an vielen Orten als revolutionärer Systembruch von der Monarchie zur Republik, der von einer kriegsbedingten allgemeinen sozialen und ökonomischen Krise begleitet wurde.

Die Sommerakademie befasste sich somit mit unterschiedlichen Aspekten des Bruchs von 1918 und dessen Auswirkungen auf die jüdische Bevölkerung. Hierbei wurde vor allem Zentraleuropa, verstanden als das Gebiet der ehemaligen Habsburgermonarchie mit seinen nördlichen und östlichen Nachbarn, in den Blick genommen.

Download: Externe Verknüpfung Veranstaltungsfolder [pdf]

Sommerkademie © INJOEST
Sommerkademie
© INJOEST

Grazer Beiträge zur Europäischen Ethnologie, Band 23: Michael Archan, "Der gute und der gläubige Gitano"

Mit besonderer Wucht transformieren evangelikale Bewegungen randständige indigene Gesellschaften auch in Europa. Ausgezogen, um Selbstverständnis und Widerständigkeit der Gitano-Bevölkerung im großstädtischen Viertel "La Mina" in Spanien zu erkunden, gerät Michael Archan sozusagen zwischen die Fronten einer tief gespaltenen Community, in der traditionelle Roma-Kultur und pentekostaler "Culto" gegeneinander gewendet werden.

Über die forschende Interaktion in beiden Lagern erlebt der Jungwissenschafter aus der Innenperspektive, wie die sozialen Instanzen einer bislang säkularen Kultur ihre Kohäsionskraft verlieren, im "Culto" jedoch in religiösem Kontext neue Atrraktivität erlangen.Der Preis ist die Unterwerfung unter eine individualistische und leistungsorientierte Doktrin, die sich schließlich als Modernisierungsprogrammm mit neoliberalen Zügen heraus stellt.

Die Publikation erschien im JONAS VERLAG.

Der gute und der gläubige Gitano © JONAS VERLAG
Der gute und der gläubige Gitano
© JONAS VERLAG

"Bäuerliche Lebenswelten in Österreich. Am Beginn des 21. Jahrhunderts"

Die Lebenswelt österreichischer Bäuerinnen und Bauern hat sich in den letzten Jahrzehnten zusehends verändert. Die erfolgreichen Landwirte von heute entwickeln neue Produktionskonzepte und Marketingstrategien und bewältigen umfangreiche bürokratische Anforderungen. Sie tun dies in Familienbetrieben, in denen mehrere Generationen zusammen leben und arbeiten. Aber wie vereinbaren sie die traditionellen Arbeits- und Wohnarrangements mit den heutigen Vorstellungen von Partnerschaft und Familie?

Die wissenschaftliche Publikation "Bäuerliche Lebenswelten in der Steiermark" untersucht anhand der Ergebnisse einer aktuellen Studie, wie österreichische Bäuerinnen und Bauern ihre Arbeitssituation, die Rahmen- und Lebensbedingungen wahrnehmen und welche Ideen und Strategien sie entwickeln, um sowohl in ökonomischer als auch familiärer Hinsicht eine gute Lebensqualität zu bewahren oder wieder zu erlangen.

Das Buch wurde von Franz Höllinger, Anja Eder, Eva-Maria Griesbacher und Sabine Haring (alle: Soziologie, Karl-Franzens-Universität Graz) herausgeben; es erschien bei der Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b.H. & Co KG.

Bäuerliche Lebenswelten in Österreich © LEYKAM
Bäuerliche Lebenswelten in Österreich
© LEYKAM

„European Summit of Industrial Biotechnology 2016" (Austrian Centre of Industrial Biotechnology / acib)

ESIB - Marke/Logo © acib
ESIB - Marke/Logo
© acib

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), eines der erfolgreichsten steirischen Kompetenzzentren und als COMET-K2-Zentrum ein essenzieller Partner für die internationale Industrie, eröffnete 2016 ein neues Forum des wissenschaftlichen Austausches: Der „European Summit of Industrial Biotechnology" (kurz: ESIB) positioniert den Forschungsstandort Österreich im  Allgemeinen und die steirische Biotechnologie im Besonderen auf der globalen Forschungslandkarte und geht über herkömmliche Formate, veraltete Strukturen und überkommene Konzepte weit hinaus. Neben der Vernetzung von Forschung, Industrie und Politik in wissenschaftlichen Sessions und der Thematisierung von Fragen zu Finanzierungsmodellen und Förderungen kam das acib-Organisationteam seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung in hohem Maße nach. Neueste Entwicklungen wie „Open Science" und „Open Innovation" wurden in den Blick genommen, gezielte Veranstaltungsmodule wie „Science Flash" etablierten, förderten und vernetzten den wissenschaftlichen Nachwuchs und ermöglichten den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Die Zusammenkunft von Forscherinnen und Forschern aus verschiedensten Disziplinen und Herkunftsländern und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen eröffneten neue thematische Zugänge und Perspektiven.

Insbesondere wurden - und werden auch in den kommenden Jahren - nachhaltige Kooperationen in Form von strategischen Forschungsprojekten und neuen wirtschaftlich verwertbaren Technologien aufgebaut, um einerseits die wissenschaftliche Breite des Zentrums zu vergrößern und andererseits den Wert des Forschungsstandortes Steiermark in all seiner Vielfalt zu bewerben. Das Ziel ist so ambitioniert wie naheliegend: ESIB soll sich als weltweit beachtete steirische Veranstaltungsmarke etablieren und die Kongressstadt Graz in das Licht der Weltöffentlichkeit rücken. Der „European Summit of Industrial Biotechnology" wurde auch mit dem Graz Congress Award 2016 ausgezeichnet.

Die esib 2018 fand unter dem Motto „Products & Production" von 14.-16. November 2017 im Messekongress Graz statt.

Weitere Infos:
Externe Verknüpfung www.esib.at [html]
Externe Verknüpfung Tagungsprogramm 2017 [pdf]

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finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung (Externe Verknüpfung https://datenschutz.stmk.gv.at).