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Förderungsgalerie

Wir stellen einige Projekte aus unserer Förderungswerkstatt vor. Leider können wir nicht alle Vorhaben präsentieren - haben Sie bitte Verständnis für diese rein exemplarische Auswahl! Interessante Beiträge finden Sie auch in unserem Förderungsarchiv.

 

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Einrichtung eines Mittelalterlabors an der Universität Graz (auf Basis der digitalen, fachwissenschaftlichen und wissenschaftskommunikatorischen Aufbereitung der Handschrift Graz, UB, Ms. 1609)

Regionale Ernährung, nachhaltige Lebensweise und Gesundheitsprophylaxe sind für die Stei­rerInnen des 21. Jahrhunderts von großer Bedeutung und nehmen in der öffentlichen Diskussion gerade breiten Raum ein. Das war aber auch im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit so, denn diese Thematik hat in der Sachliteratur aus dieser Zeit einen zentralen Stellenwert, wie z.B. in der Handschrift Ms. 1609 der Grazer Universitätsbibliothek aus dem späten 15. Jahr­hundert. Regionale Ernährung, nachhaltige Lebensweise und Gesundheits­prophylaxe haben also einen starken Bezug sowohl zu einem modernen als auch historischen Lebensalltag. Diese Themen wurden im vorliegenden Projekt, das zu den beste Einreichungen der Ausschreibung 2016 "Alt und Neu - Tradition und Avantgarde" zählte und vom Zentrum für Informationsmodellierung und der 7. fakultät getragen wird, auf Basis von germanistisch-mediävistischen und naturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen aufbe­reitet und einer breiten Öffent­lichkeit nähergebracht. Die Vermittlung dieser altes und neues Wissen verbindenden Inhalte erfolgt anhand der im Projekt entwickelten praktischen Kurse. Auf Basis der spätmittelalterlichen Hand­schrift UB, Ms. 1609 wurden Module zur laiengerechten Wissensvermittlung und praktischen Anwen­dung entwickelt: Ernährung, Medizin, Nach­haltigkeit, Mentalität. Diese Module bilden ein weiteres Mitmachlabor der Geisteswissen­schaften an der Universität Graz, indem altes Wissen wissenschaftlich fundiert für moderne RezipientInnen dargestellt wird.

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Handschrift, Universitätsbibliothek Graz © Foto: Helmut W. Klug
Handschrift, Universitätsbibliothek Graz
© Foto: Helmut W. Klug

Gernot Gallor: "Die Waldweide in Österreich als Zankapfel zwischen Bauern und Waldeigentümern"

Die Waldweide ist das Recht, Weidetiere in fremde Wälder einzutreiben. In Österreich sind derzeit ca. 600.000 ha der Waldflächen mit Einforstungsrechten, unter anderem auch mit Waldweiderechten belastet. Fast 80% der verpflichteten Liegenschaften stehen im Eigentum der Republik Österreich. Der Umfang der Waldweiderechte gab in der Vergangenheit und gibt auch in der Gegenwart immer wieder Anlass zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Berechtigten (Bauern) und Verpflichteten (Waldeigentümern).

Die Nutzungsvereinbarungen zwischen Berechtigten und Verpflichteten wurden in behördlichen Regulierungsurkunden, die meist aus dem letzten Drittel des 19. Jahrhunderts stammen, geregelt. Festgelegt wurden dabei die Anzahl der weideberechtigten Tiere wie auch der zeitliche und räumliche Umfang der Nutzung. Seit den einstigen Regularien haben sich sowohl die Lebendgewichte der Tiere (und damit verbunden ihr Futterbedarf) als auch die ökonomischen und ökologischen Rahmenbedingungen verändert. Gernot Gallor setzte sich in seiner (2017 an der Karl-Franzens-Universität Graz approbierten) Dissertationsschrift mit der längst überfälligen Anpassung der Waldweiderechte an gegenwärtige Bedingungen auseinander und publiziert die Arbeit in der Reihe Grazer Rechtswissenschaftliche Studien (Band 68). Das agrarrechtliche Thema weist weit zurückreichende rechtshistorische Wurzeln auf und besitzt zugleich höchste Aktualität bis in die Gegenwart.

Das Buch erschien im Leykam Verlag (Leykam Buchverlagsgesellschaft m.b.H. Nfg. & Co. KG)

Buchcover © Foto: Gernot Gallor
Buchcover
© Foto: Gernot Gallor

Ausseer Gespräche 2019

Nach bereits zehn Jahren Tradition der intellektuellen Sommerfrische im Ausserland haben sich dieses Jahr die Gespräche auf neue Wege begeben: Die sehr gut besuchte Veranstaltung wurde im selben Design als Tagung des Internationalen Graduiertenkolleg „Resonant Self-World-Relations in Ancient and Modern Socio-Religious Practices", das die Universität Graz mit dem Max-Weber Kolleg der Universität Erfurt führt, organisiert. Die Stipendiatinnen dieses Doktoratsprogramms, die aus sechs Nationen kommen, wählten als Thematik der von ihnen gestalteten Einheit überraschenderweise das Thema „Heimat" und diskutierten die Implikationen auf offener Bühne. Den Eröffnungsvortrag hielt der bekannte Soziologe Hartmut Rosa, der wie die Hauptverantwortliche der Veranstaltung, die Ausseerin und Grazer Professorin Irmtraud Fischer, stellvertretende Sprecherfunktion am Graduiertenkolleg wahrnimmt.

Viele Hauptvorträge wurden diesmal von international hoch angesehenen „großen alten Männern" gehalten, die in ExpertInnengesprächen für die StipendiatInnen zur Verfügung standen: Der Jurist Hasso Hoffmann, die Historiker Alexander Demant und Wolfgang Reinhard, der Philosoph Gunter Scholz und der Grazer Ökonom Heinz Kurz. Die Physikerin Sabine Schindler und der Wissenschaftshistoriker Hans-Jörg Rheinberger gingen dem Thema in den Naturwissenschaften nach, die Lichtkünstlerin und der Grazer Kunsthistoriker Götz Pochat beleuchteten Resonanzen in den visuellen Künsten. Ulrich von Bühlow vom Literaturarchiv in Marbach stellte sein neues Buch „Papierarbeiter" im Gespräch mit der Germanistin Liliane Weissberg vor. Ein eindruckvolles Gesprächskonzert zu Musik als Resonanz wurde von Studierenden der Grazer Kunstuniversität unter der Leitung von Andreas Dorschel präsentiert, womit wiederum die Künste integrativer Bestandteil dieses wissenschaftlichen Formats waren, das die Universitäten in die Region und transdisziplinär miteinander ins Gespräch bringt. Die Lehrenden des Graduiertenkollegs aus Graz und Erfurt brachten mit ihren Promovierenden diesmal eine spezielle Dynamik in die jährlich am Ende des Studienjahrs stattfindende Veranstaltungsreihe, die damit bestens in ihr zweites Jahrzehnt gestartet ist und von einem interuniversitären Board vorbereitet wird.

Lichterinvention (aus dem Seminar von Victoria Coeln und Götz Pochat) © Foto: Irmtraud Fischer
Lichterinvention (aus dem Seminar von Victoria Coeln und Götz Pochat)
© Foto: Irmtraud Fischer

"Konfessionalität und Nationalität. Die evangelische Pfarrgemeinde von Marburg (Maribor)"

Mit der kürzlich (2019) erschienenen Publikation "Konfessionalität und Nationalität. Die evangelische Pfarrgemeinde von Marburg (Maribor)" ist die Hoffnung verbunden, über rein wissenschaftlich-historische Erkenntnisse hinausgehend eine Perspektive von der Vergangenheit hin zu einem neuen Europa aufzuzeigen: Karl-Reinhart Trauner untersucht die Entwicklungslinien des europäischen Protestantismus im 19. und im 20. Jahrhundert am Beispiel der evangelischen Pfarrgemeinde Marburg (Maribor); Der zeitliche Bogen spannt sich dabei von der Wiedergründung der Pfarrgemeinde  im Jahr 1862 bis in die Gegenwart.

Die Pfarrgemeinde Marburg (Maribor) ist sowohl durch ihre geographische Lage als auch durch die Wendungen in der  Geschichte geprägt und verfügt durch die Randlage in Südosteuropa bzw. im südöstlichen Mitteleuropa über ein unverwechselbares Profil. Vergleiche mit der Lage der evangelischen Kirche in Triest (Trieste), Görz (Gorizia, Gorica), Teschen (Cieszyn, Tĕšín), in Siebenbürgen, in der Bukowina und in der Batschka zeigen dennoch deutlich die vorhandenen überregionalen Zusammenhänge in Diasporakirchen auf.

Die Entwicklungslinien sind weitgehend durch die Faktoren Konfessionalität und Nationalität und ihrer Beziehung zueinander bestimmt und erfuhren unter den jeweiligen politischen Rahmenbedingungen verschiedene, zum Teil auch radikale Akzentuierungen. Mit ihrem inhaltlichen Schwerpunkt in der heute slowenischen Untersteiermark und der thematischen Verknüpfung mit der Nationalitätenfrage in der Habsburgermonarchie weist die Forschungsarbeit einen eminent internationalen Charakter auf, der den Bogen von der Monarchie bis zur Gegenwart schlägt. Der südostmitteleuropäische Kontext wird durch Vergleiche der Situation in Marburg mit der in anderen Teilen der Monarchie unterstrichen.

Karl-Reinhart Trauner ist Historiker, Theologe und Militärsuperintendent (Leitender Militärgeistlicher der evangelischen Militärseelsorge in Österreich).

Die Publikation erschien im Böhlau Verlag (Vandenhoeck & Ruprecht Verlage in der Böhlau Verlag Ges.m.b.H. & Co. KG)

Pfarrgemeinde Marburg: Christuskirche und Pfarrhaus © Foto: Karl-Reinhart Trauner
Pfarrgemeinde Marburg: Christuskirche und Pfarrhaus
© Foto: Karl-Reinhart Trauner

3. Internationales Lawinensymposium (Graz, 11./12. Oktober 2019)

Risiken in Verbindung mit Lawinen und Schnee gehören zu den großen Herausforderungen in der Steiermark. Das zeigte sich etwa durch die Katastrophenlawinen in den Wintern 2004/2005,  2005/2006,  im Februar 2009 oder Schäden durch hohe Schneelasten im Frühling 2016. Dennoch gibt es derzeit keine einheitlichen Vorhersagen oder Warnungen vor derartigen Ereignissen in der Region, und die zuständigen Institutionen haben teilweise nicht die finanziellen und personellen Mittel, um ihre Vorhersage- und Warnwerkzeuge nachhaltig zu verbessern.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Graz (kurz: ZAMG) veranstaltet in diesem Zusammenhang heuer bereits das dritte internationale Lawinensymposium in Graz. Die Hauptziele sind es, die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis zwischen Wissenschaft, Warndiensten und den relevanten Zielgruppen zu stärken, den Wissensstand der Zielgruppen über Vorhersagen und Warnungen zu verbessern,icht zuletzt Bewusstseinsbildung zu betreiben und die breite Gesellschaft und spezifische Nutzergruppen auf kritische Situationen vorzubereiten. Die Fähigkeit, geeignete Entscheidungen zu treffen und das Risikomanagement zu verbessern, soll entscheidend gefördert werden.

Gerade das Thema „Lawinenmodellierung" wird in den nächsten Jahren ein wichtiger Bestandteil in der Forschung sein. Die ZAMG Graz beschäftigt sich schon seit längerem mit dem Thema; so gelang etwa eine Erweiterung der Modellkette (Wetter, Schneedecke, Schneeverfrachtung und Lawinendynamik) über das Glied der Schneeverfrachtung. Das biennal ausgerichtete Lawinensymposium vermittelt - unter der Federführung der ZAMG Graz - zwischen den operationellen Institutionen, der Wissenschaft und den Anwendern - dieser Ansatz wird mit dem 3. internationalen Lawinensymposium fortgeführt: Im Projekt treffen sich Wissenschaft und Praxis zu einem interdisziplinären, grenzüberschreitenden Wissensaustausch. Die intensive Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern und Praktikern erlaubt den Transfer praxisrelevanter Fragestellungen und eröffnet den Institutionen mögliche Perspektiven gemeinsamer Einreichungen bei Projektausschreibungen. Die Stärkung des Standortes Steiermark liegt auf der Hand.

Die Veranstaltung findet im Arbeiterkammersaal, Strauchergasse, 8020 Graz, statt.

→ Externe Verknüpfung Aktuelle Informationen [html]

"Languages in an Open World - LOW 2019" (Graz, 20./22. November 2019)

Sprachliche Pluralität und Machtrelationen zwischen Sprachen bzw. zwischen den Sprechenden haben sich, nicht zuletzt als Folge globaler Migration und weitreichender Demokratisierungsprozesse, konstant und mit hoher Geschwindigkeit verändert. Und dennoch spiegelt das allgemeine Verständnis von Sprachen - zumindest in Europa - noch immer Hierarchien und Klassifikationen wider, die tatsächlich auf der Nationalstaatenideologie des 19. Jahrhunderts basieren.

Unterschiede zwischen einzelnen Sprachen und damit einher gehende Hierarchien und Machtstrukturen lassen sich indes nicht durch Konzepte und Terminologien aus dem 19. Jahrhundert beschreiben - ein solches Verständnis würde auch allen soziopolitischen und soziokulturellen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte entgegen stehen. Dabei schufen Globalisierung, Mobilität, Networking und Kommunikationstechnologien neue Formen der Sprachverwendung und vielfältigere Perspektiven.

Mit der Ausrichtung der Veranstaltung durch die Karl-Franzens-Universität Graz (treffpunkt sprachen, Forschungsbereich Plurilingualismus) wird ein internationales Format nach Graz gebracht; Zuletzt (2018) fand die Konferenz in Berlin am Leibniz-Zentrum Allgemeine Sprachwissenschaft statt. Die steirische Landeshauptstadt steht heuer somit im Fokus der Aufmerksamkeit und lädt Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus den Bereichen Linguistik und verwandten Disziplinen (zB zu Globalisierungsthemen) zu einem interdisziplinären Wissensaustausch ein.

Der Forschungsbereich Plurilingusalismus am treffpunkt sprachen der Universität Graz beschäftigt sich schon seit geraumer Zeit mit gesellschaftlicher Pluralität in der Steiermark, insbesondere der Kongressstadt Graz. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung und die Tagungsergebnisse werden den Forschungsbereich im internationalen Kontext einmal mehr positionieren. Die Veranstaltung findet am European Centre for Modern Languages of the Council of Europe (ECML), Graz, statt.

Externe Verknüpfung Nähere Informationen finden Sie auf der Konferenzhomepage

LOW 2019 - Veranstaltungslogo © Karl-Franzens-Universität Graz, treffpunkt sprachen
LOW 2019 - Veranstaltungslogo
© Karl-Franzens-Universität Graz, treffpunkt sprachen

"Theatre of Crisis: Aesthetic Responses to a Cross-Sectional Condition / Theater in der Krise: Ästhetische Antworten auf einen übergreifenden Zustand" (Graz, 20./23. Juni 2019)

Krise als ein Moment der Unsicherheit spielt auf der Theaterbühne und in der Performance-Theorie schon lange eine zentrale Rolle. Der Begriff kann aber auch einen dauerhaften Übergangszustand im alltäglichen Leben bezeichnen, der Menschen immer wieder zwischen Zuversicht und Pessimismus schwanken lässt.

Eine international besetzte Konferenz an der Karl-Franzens-Universität Graz (Centre for Intermediality Studies) befasste sich im Juni 2019 mit Krise als dauerhaften Übergangszustand und diskutierte u.a. die Frage, wie solche alltäglichen und lange andauernden Krisenzustände zum Anlass für formale Experimente und ästhetische Erneuerung auf der Theaterbühne werden.

Internationale Expertinnen und Experten (zB David Harvey, Moishe Postone, Laurent Berlant oder Jasbir K. Puar) sehen in der Krise einen Dauerzustand, der Individuen und soziale Gruppen zermürbt und diesen die Möglichkeit entzieht, politisch zu handeln. Das Verständnis von Krise als Dauerzustand stellt somit eine große Herausforderung für Drama und Theater als Kunstform dar. Vor dem Hintergrund, dass sich große Teile der Weltbevölkerung in einer langfristigen Krisensituation befinden und nach Lösungsmöglichkeiten suchen, befasste sich die Veranstaltung  also mit einer international relevanten und aktuellen Thematik. Die Tagung  entsprach einem Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst - entsprechend kamen Forschende UND Kunstschaffende zu Wort.

Die Keynote Speakers vertraten die Forschungsbereiche Kanadistik, Anglistik und Amerikanistik und kombinierten die theoretische und die künstlerisch-praktische Schtweise auf das Theater. Die zeitgenössischen Dramen (zB die Werke von Mojisola Adebayo und Chantal Bilodeau) benutzen - oftmals in großem Unfang - Tanz, Bewegung und Musik. Nur eine interdisziplinäre Untersuchung kann diesem Thema gerecht werden.

Karl-Franzens-Universität Graz: Externe Verknüpfung Centre for Intermediality Studies / Externe Verknüpfung Zentrum für Intermedialität (CIMIG)

"Seine Musikdeutung geht ja vom Klang aus. Musikalische Interpretation bei Herbert von Karajan" (Graz, 29. April/1. Mai 2019)

Das Symposium zur "Seine Musikdeutung geht ja vom Klang aus", das vom Institut für Komposition, Musiktheorie, Musikgeschichte und Dirigieren sowie dem Institut Oberschützen der Kunstuniversität Graz ausgerichtet wurde, war dem Phänomen der „Musikalischen Interpretation" am Beispiel des bedeutenden österreichischen Dirigenten Herbert von Karajan gewidmet. Die Veranstalter (Univ.Prof. Dr.phil. Peter Revers, Univ.Prof. Dr.phil. Klaus Aringer, Thomas Wozonig BA MA BA) haben es sich dabei zum Ziel gesetzt, das Symposium als interdisziplinäre Plattform zu gestalten, in der unterschiedlichste Perspektiven und Methoden zusammengeführt werden, um das Feld der musikalischen Interpretationsforschung auszuloten und zu erweitern. Dies spiegelt sich nicht zuletzt in den Profilen der international namhaften Vortragenden Elaine Chew (Queen Mary University of London), Werner Goebl (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) und Peter Gülke (Brandenburg), die als Keynote Speakers gewonnen werden konnten.

Ganz im Sinne des der Veranstaltung zugrunde liegenden, durch den Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten Projekts Towards Interdisciplinary, Computer-assisted Analysis of Musical Interpretation: Herbert von Karajan (Externe Verknüpfung https://karajan-research.org) wurden im Rahmen des Symposiums innovative Betrachtungs- und Herangehensweisen auf Basis computergestützter, datenbasierter Methoden präsentiert und traditionellen Zugängen der historischen Musikwissenschaft, der musikalischen Performance Studies und der Musikästhetik, aber etwa auch der Filmwissenschaften gegenübergestellt. Der Austausch der unterschiedlichen Wissenschaftszweige wurde durch eine Diskussionsrunde unter dem Leitsatz „Analyse und Ästhetik der musikalischen Interpretation" unter der Leitung von Prof. Reinhard Kapp (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien) zusätzlich gestärkt und reflektiert. In einer von Prof. Reinhart von Gutzeit moderierten Diskussionsrunde mit ehemaligen Mitgliedern der Wiener sowie der Berliner Philharmoniker, einem Dirigenten und einem Filmproduzenten kamen zudem auch einige Zeitzeugen zu Wort, die noch (und teils jahrzehntelang) mit Karajan musiziert haben. Durch die Verbindung solcher Erfahrungen und praktischer Kompetenzen mit wissenschaftlicher Reflexion und Forschung soll das Verständnis für Herbert von Karajans Interpretationen, darüber hinausgehend für das dirigentische Musikschaffen und -erleben insgesamt erweitert werden.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete ein Konzert mit der Capella Calliope, dem Streichorchester der Kunstuniversität, unter Leitung von Prof.in Anke Schittenhelm.

Externe Verknüpfung Tagungsprogramm [pdf]

 

Plakat © Siegfried Lauterwasser / Karajan-Archiv (zur Verfügung gestellt von der Kunstuniv. Graz)
Plakat
© Siegfried Lauterwasser / Karajan-Archiv (zur Verfügung gestellt von der Kunstuniv. Graz)

"Von Angesicht zu Angesicht. Spirituelle Dimension im klinischen Alltag" (Graz, 17. Mai 2019)

Veranstaltungslogo © Univ .Klinik für Med. Psychologie und Psychotherapie
Veranstaltungslogo
© Univ .Klinik für Med. Psychologie und Psychotherapie

Die Bedeutung spiritueller Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten erfährt seit geraumer Zeit vermehrt Beachtung - das Interesse nimmt kontinuierlich zu. Es war die Hospizbewegung, die im ausgehenden 20. Jahrhundert den Blick auf spirituelle Faktoren bei der Betreuung unheilbar Erkrankter und Sterbender geschärft hat. Im Jahr 2002 schließlich hat die WHO (World Health Organisation) der Vereinten Nationen die "Spiritualität im Zusammenhang mit Palliativmedeizin und Palliativpflege als essentielle Dimension von Lebensqualität anerkannt. Die gesamte Entwicklung wurde in den vergangenen Jahren durch eine breite empirische, gesundheitspsychologisch orientierte Forschung begleitet.

Es steht außer Zweifel, dass es vermehrter Anstrengungen bedarf, um den lange unterschätzten spirituellen Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten im klinischen und pflegerischen Kontext gerecht zu werden, doch gibt es immer noch (zu) viele kontrovers diskutierte Fragen, die eine weitere Klärung erfordern - dies geschah auch im Rahmen eines wissenschaftlichen Symposiums (Karl-Franzens-Universität Graz & Medizinische Universität Graz) im Mai 2019. Einerseits sollten die Möglichkeiten, aber auch die Grenzen von "Spiritual Care" im Verhältnis zu einer konfessionsgebundenen, professionellen Klinikseelsorge diskutiert werden. Andererseits wurde die Relevanz der spirituellen Dimension allgemein aus ärztlicher, pflegewissenschaftlicher und psychologischer Sicht beleuchtet.

Das Institut für Moraltheologie der Karl-Franzens-Universität Graz widmet sich über 10 Jahren dem Forschungsschwerpunkt "Ethik und Bioethik"; An der Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinischen Universität Graz wurde 2003 eine Arbeitsgruppe für Spiritualität im Krankenhaus eingerichtet. Es lag nahe (und ist ungemein konstruktiv), beide Kompetenzbereiche zu verbinden und eine gemeinsame wissenschaftliche Veranstaltung auszurichten.

Die Forschungen, Diskussionen und Ergebnisse werden in einer für Ende des Jahres 2019 geplanten Publikation (Tagungsband) veröffentlicht.

Erfahren Sie mehr auf Externe Verknüpfung https://moraltheologie.uni-graz.at/de/neuigkeiten

Externe Verknüpfung Folder & Programm

„Spielverderber Schwerkraft. Sturzunfälle im Wohnbereich bei den 0-5jährigen“

Das Forschungszentrum für Kinderunfälle im Österreichischen Komitee für Unfallverhütung im Kindesalter, ein selbstständiger Schwesternverein des Vereins „Große schützen Kleine", hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Kompetenzzentrum im Bereich der Ursachenforschung für Kinderunfälle entwickelt. Auf wissenschaftlicher Ebene ist das Zentrum mit allen relevanten Disziplinen bzw. Forschungseinheiten des Universitätsklinikums Graz vernetzt; es unterstützt - im nationalen wie auch übernationalen Kontext - die Präventionsarbeit mit Erkenntnissen aus der vielfältigen Forschungsarbeit.

Im Blickpunkt der kommenden Monate steht die Untersuchung der Unfälle nach Stürzen im Wohnumfeld in den ersten 5 Lebensjahren. Die spezifischen Unfallursachen und die Umgebungs- und Umfeldgestaltung werden ebenso erfasst und analysiert wie die Aufmerksamkeit der betreuenden Personen oder die Sicherheit und die Normen eines Produktes. Der Schwesternverein Große schützen Kleine unterstützt und vermittelt die Forschungen durch mediale Aufbereitung und einprägsame, öffentlichkeitswirksame Aktivitäten. Auf Nachwuchsförderung wird besonderer Wert gelegt: In diesem Zusammenhang soll  sich eine Diplomarbeit gezielt diesem Thema widmen.

Präventionsarbeit muss effektiv und effizient erfolgen: Forschungserkenntnisse müssen in einen Transfer und somit auch in das Lebensumfeld der Bevölkerung münden - entsprechende Präventions- und Interventionskonzepte sind erforderlich. Das „Styrian Injury Surveillance System" der KAGES und des Universitätsklinikums Graz bildet die Grundlage des Forschungszentrums für Kinderunfälle und erfasst und analysiert alle Unfälle der steirischen Bevölkerung im Allgemeinen und die Kinderunfälle im Besonderen.

Stiegengitter © Verein Große schützen Kleine
Stiegengitter
© Verein Große schützen Kleine

"MIES WEITERBAUEN. Entwurfskonzepte für die Krefelder Verseidag-Fabrik" - FH Joanneum & TH Köln

Titel "Mies Weiterbauen" © Verlag der FH JOANNEUM Gesellschaft mbH
Titel "Mies Weiterbauen"
© Verlag der FH JOANNEUM Gesellschaft mbH

Die von Mies van der Rohe geplanten Häuser Lange und Esters gehören zu den wohl bekanntesten Objekten im Schaffen des Architekten. Kaum bekannt war bis vor wenigen Jahren sein Beitrag an den sich in Krefeld befindenden Fabrikgebäuden der von Lange und Esters gegründeten Vereinigten Seidenwebereien AG (Verseidag). Parallel zu derzeitigen Umnutzung dieses Industrieareals sollen dort nun auch weitere Gebäude entstehen.

Im Sommersemester 2017 widmeten sich Studierende der FH JOANNEUM Gesellschaft mbH (Masterstudiengang Architektur und Management) gemeinsam mit Studierenden der Technischen Hochschule Köln (Vertiefung Denkmalpflege und Planen im Bestand) der Aufgabenstellung, wie ein Weiterbauen im Kontext eines Mies'schen Ensembles aussehen kann.

Die Publikation, der eine Ausstellung vorangegangen war, erschien im Verlag der FH JOANNEUM Gesellschaft mbH.

Children Born of War (CHIBOW)

Das Ludwig Boltzmann-Institut für Kriegsfolgenforschung (kurz: BIK) ist Teil des EU-geförderten Horizon 2020 Marie Skłodowska-Curie Actions Innovative Training Network „Children Born of War - Past Present Future", kurz CHIBOW. Das Netzwerk ermöglicht einer jungen Forschergeneration, die Erfahrungen von „Kindern des Krieges" in verschiedenen Konflikt- und Postkonfliktsituationen des 20. Jahrhunderts zu erforschen.

 Das interdisziplinäre Netzwerk untersucht die Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten des 20. Jahrhunderts auf das Leben von Kindern, die aus sexuellen Kontakten zwischen einheimischer Bevölkerung und (feindlichen) Soldaten hervorgingen. Es erforscht, ob und wie sich Militärbehörden und Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen an der Integration dieser Kinder - und deren Mütter - in den jeweiligen Gesellschaften beteiligten. Gleichzeitig werden Faktoren aufgezeigt, welche die psychosoziale Entwicklung der Kinder, die Erinnerung an den Krieg im Allgemeinen, aber auch gesellschaftliche Normen und Vorstellungen beeinflussten.

Innerhalb der Projektlaufzeit von vier Jahren (2015-2019) entwickelten und entwickeln 15 Dissertanten - über die jeweiligen Fachgrenzen hinweg - gemeinsam neue Perspektiven auf dieses Thema. Das Netzwerk konzentriert sich dabei auf folgende vier Aspekte: Die Erfahrungen von „Kindern des Krieges" im historischen Kontext am Beispiel von vier Konflikten des 20. Jahrhunderts; Konflikt und Erinnerung; Bildung und Nationalität; Kinder und Gemeinschaft.

Am BIK forscht Lukas Schretter insgesamt drei Jahre lang zu britischen Besatzungskindern in Österreich und Deutschland sowie den Kindern von „war brides" in Großbritannien. Im Rahmen seiner Dissertation untersucht er auf Basis archivalischer Quellen und lebensgeschichtlicher Interviews die Lebens- und Sozialisationsbedingungen dieser Kinder.

Die Koordination des CHIBOW-Netzwerkes liegt bei Sabine Lee, Universität Birmingham (Großbritannien). Barbara Stelzl-Marx ist „Director of Research", Heide Glaesmer und Marie Kaiser von der Universität Leipzig sind „Director of Training" und „Ethics Lead".

Weitere Informationen finden Sie unter:

Externe Verknüpfung www.bik.ac.at

Externe Verknüpfung www.chibow.org

 

Helmut Köglberger und Eva Krammer, 1949 oder 1950 © Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Köglberger
Helmut Köglberger und Eva Krammer, 1949 oder 1950
© Sammlung Stelzl-Marx, Bestand Köglberger

„European Summit of Industrial Biotechnology 2016" (Austrian Centre of Industrial Biotechnology / acib)

ESIB - Marke/Logo © acib
ESIB - Marke/Logo
© acib

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), eines der erfolgreichsten steirischen Kompetenzzentren und als COMET-K2-Zentrum ein essenzieller Partner für die internationale Industrie, eröffnete 2016 ein neues Forum des wissenschaftlichen Austausches: Der „European Summit of Industrial Biotechnology" (kurz: ESIB) positioniert den Forschungsstandort Österreich im  Allgemeinen und die steirische Biotechnologie im Besonderen auf der globalen Forschungslandkarte und geht über herkömmliche Formate, veraltete Strukturen und überkommene Konzepte weit hinaus. Neben der Vernetzung von Forschung, Industrie und Politik in wissenschaftlichen Sessions und der Thematisierung von Fragen zu Finanzierungsmodellen und Förderungen kam das acib-Organisationteam seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung in hohem Maße nach. Neueste Entwicklungen wie „Open Science" und „Open Innovation" wurden in den Blick genommen, gezielte Veranstaltungsmodule wie „Science Flash" etablierten, förderten und vernetzten den wissenschaftlichen Nachwuchs und ermöglichten den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Die Zusammenkunft von Forscherinnen und Forschern aus verschiedensten Disziplinen und Herkunftsländern und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen eröffneten neue thematische Zugänge und Perspektiven.

Insbesondere wurden - und werden auch in den kommenden Jahren - nachhaltige Kooperationen in Form von strategischen Forschungsprojekten und neuen wirtschaftlich verwertbaren Technologien aufgebaut, um einerseits die wissenschaftliche Breite des Zentrums zu vergrößern und andererseits den Wert des Forschungsstandortes Steiermark in all seiner Vielfalt zu bewerben. Das Ziel ist so ambitioniert wie naheliegend: ESIB soll sich als weltweit beachtete steirische Veranstaltungsmarke etablieren und die Kongressstadt Graz in das Licht der Weltöffentlichkeit rücken. Der „European Summit of Industrial Biotechnology" wurde auch mit dem Graz Congress Award 2016 ausgezeichnet.

Die esib 2018 fand unter dem Motto „Products & Production" von 14.-16. November 2017 im Messekongress Graz statt.

Weitere Infos:
Externe Verknüpfung www.esib.at [html]
Externe Verknüpfung Tagungsprogramm 2017 [pdf]

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finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung (Externe Verknüpfung https://datenschutz.stmk.gv.at).