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Förderungsgalerie

"Wir und Passarowitz. 300 Jahre Nachhaltigkeit in Europa" (April/November 2018)

Zurzeit ist im Grazer Zeughaus die Ausstellung "Wir und Passarowitz" zu sehen - wir legen Ihnen einen Besuch sehr ans Herzen!

Die Relevanz des Friedens von Passarowitz und des dazu gehörenden Vertragswerkes für die Geschichte des Landeszeughauses, die Rolle der Balkanländer für die steirische Wirtschaft in Vergangenheit und Gegenwart, die Verkehrsvernetzung zwischen Mittel- und Südosteuropa unter Einbindung der Steiermark, die Rolle Josef von Hammer-Purgstalls und Anton Prokesch‘ von Ostens für die Orientalistik, Erzherzog Johanns Griechenland- und Türkeireise - all diese und weitere, auch und insbesondere die Steiermark betreffende Aspekte wirken bis heute nach und werden im Projektrahmen aufgegriffen und anschaulich dargestellt.

Mit der Ausstellung und den darauf folgenden Veranstaltungen (wissenschaftliches Symposion & Vortragsreihe) wird ein historisches Themen mit deultlicher (!) Gegenwartsrelevanz aufbereitet und auch an breitere Kreise des (vor allem steirischen) Publikums herangeführt, ganz im Sinne des Gründungsauftrages der Gesellschaft zur Erforschung des 18.Jh. im südöstlichen Europa (SOG18, c/o Karl-Franzens-Universität Graz). Die Gründung der Gesellschaft mit Sitz in Graz war nicht nur eine Konsequenz aus der langjährigen Auseinandersetzung in Forschung und Lehre zu diesem Thema, sondern auch eine Folge des an der Universität Graz im Jahre 2011 abgehaltenen „13. Internationalen Kongress zur Erforschung des 18. Jahrhunderts".

Interdisziplinarität wird groß geschrieben: eine Thema wie dieses verlangt geradezu die Einbindung mehrerer Fachdisziplinen, insbesondere (Geschichte, Kunstgeschichte, Musikgeschichte, Ethnologie, Archäologie, Rechtsgeschichte, Sprach- und Literaturwissenschaft, Wissenschaftsgeschichte, Politologie und Museologie).

Externe Verknüpfung Einladung zur Ausstellungseröffnung am 5. April 2018

Externe Verknüpfung https://suedosteuropa-18-jahrhundert.uni-graz.at/

 

Ausstellung: "Wir und Passarowitz" © Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner
Ausstellung: "Wir und Passarowitz"
© Foto: Universalmuseum Joanneum/N. Lackner

10. Ausseer Gespräche: "Zukunftsfragen" (28. Juni bis 1. Juli 2018 im Congress Ausseerland)

Aussee © Karl-Franzens-Unuiversität Graz
Aussee
© Karl-Franzens-Unuiversität Graz

Die Ausseer Gespräche, die von der gebürtigen Ausseerin Irmtraud Fischer ins Leben gerufen wurden und von einem interdisziplinären Board vorbereitet werden, feiern 2018 ein kleines Jubiläum: Zum zehnten Mal treffen sich Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst in der Region zum gemeinsamen Austausch über brennende Themen der Gegenwart. Als Thema stehen dieses Jahr „Zukunftsfragen" zur Debatte, die von den ReferentInnen, die diesmal allesamt schon einmal bei den Ausseer Gesprächen der letzten Jahre dabei waren, aus ihrem jeweiligen Fach bestimmt und einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei geht es um die Zukunft demokratischer Strukturen, um soziale Gerechtigkeit, um Identitäten und deren Abgrenzung und Konstitution, um Anregungen aus Erfolgskonzepten der Vergangenheit, die immer noch zukunftsweisende Strategien bieten. Die großen Probleme, die die Menschen global betreffen, und Lösungen in Technik, Naturwissenschaft und Medizin erfordern, kommen ebenso durch Fachleute zur Sprache wie die durch bevorzugte Förderung von Naturwissenschaften und Technik sich immer mehr ergebende Marginalisierung von Geistes- und Kulturwissenschaften, die allerdings für eine Gesellschaft identitätsstiftend sind.

Indem die ForscherInnen sowie in- und ausländische Referierende und Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst mit Studierenden und NachwuchswissenschaftlerInnen das Thema bearbeiten, bilden sich transdisziplinäre Netzwerke über die Grenzen der eigenen Wissenschaft und Kunst hinweg. Das inzwischen weit über die Grenzen hinaus geschätzte Veranstaltungsformat bietet im heutigen Wissenschafts- und Kunstbetrieb einen der seltenen Orte, an denen es möglich ist, gemeinsam und ohne den Zwang von nachfolgenden Publikationen Ideen zu entwickeln, Problemfelder aufzuzeigen, und sie aus unterschiedlichen Fächern zu beleuchten. Die Veranstaltung setzt die im Ausseerland seit über eineinhalb Jahrhunderten verankerte „intellektuelle Sommerfrische" fort und ist inzwischen zu einem festen Bestandteil der Ausseer Kongress- und Kulturveranstaltungsszene geworden.

Alle Interessierten, insbesondere Menschen aus dem Ausseerland, sind herzlich eingeladen, bei der ganzen Veranstaltung, oder auch bei einzelnen Programmpunkten, teilzunehmen.

Eintritt frei, ohne Voranmeldung.

Externe Verknüpfung VERANSTALTUNGSFOLDER [pdf]

"Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten: Zu Olga Neuwirths künstlerischem Schaffen" (Graz, 9,/10. Juni 2018)

Anässlich des 50. Geburtstages der steirischen Komponistin Olga Neuwirth ist die Würdigung ihres Gesamtschaffens aus künstlerischer wie auch wissenschaftlicher Perspektive längst überfällig. Ein wissenschaftliches Symposion der Kunstuniversität Graz (kurz: KUG) zum Thema "Kunst als Spiegel realer, virtueller und imaginärer Welten" wird diese Lücke schließen. Die Veranstaltung wird vom einem Porträt.-Konzertabend, einer Podiumsdiskussion und einer Ausstellung zu dem an der KUG verwahrten Teilvorlass begleitet.

Olga Neuwirths Oeuvre wird insofern in einen aktuellen interdisziplinären Kontext gestellt, als der Gegensatz zwischen realen und virtuellen Welten unsere globalisierten und mediatisierten Gesellschaften mehr und mehr prägt, ja beinflusst. Die unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten prallen konfliktreich aufeinander und vermischen sich ohne klare Abgrenzung. Dem schönen Schein und der Kritik verpflichtet, lädt sich die Kunst nach und nach intermedial auf und wird zum Spiegel der Wirklichkeit. Unterschiedliche Werkentwürfe loten den Spannungsraum von Imagination und Realität aus und tragen zur Reflexion darüber bei, was real, was virtuell, was natürlich und was künstlich ist.

Olga Neuwirth, 1967 als Tochter des Musikers Harry Neuwirth in Graz geboren und in Deutschlandsberg aufgewachsen, zählt zu den international renommiertesten Komponistinnen und Komponisten neuer Neusik unserer Zeit.

"Intersections between Jewish Studies and Israel Studies in the 21st Century" (23./24. Mai 2018, Graz)

 In den vergangenen Jahren wurden an US-amerikanischen und, etwas zeitverzögert, auch an europäischen Universitäten Israel Studies-Einrichtungen ins Leben gerufen, die von bestehenden Jewish Studies-Instituten und -Zentren bisweilen als Konkurrenz wahrgenommen werden. Ob Israel Studies tatsächlich auf Kosten von Jewish Studies gegründet wurden und werden oder ob sie als Ergänzung aufgefasst werden können, stellt eine häufig gestellte, aber noch unbeantwortet gebliebene Frage dar, die im Rahmen einer renommierten Veranstaltung diskutiert werden soll.

Eine Auslotung des Verhältnisses von Israel Studies und Jewish Studies ist auch insofern von großer Relevanz, als Letztere sich oftmals direkt mit der Vergangenheit des Landes, in dem die Institute bestehen, auseinandersetzen, während Israel Studies als ein akademisches Propagandainstrument des israelischen Staates erscheinen. Ob diese Vorstellung berechtigt ist, wird im Großen und Ganzen ebenfalls Thema der Tagung sein.

Zur Beantwortung dieser Themenkomplexe werden anerkannte Experten aus den USA, Israel und Europa nach Graz eingeladen. Sie werden in einem intensiven Austausch miteinander und mit dem Publikum die angerissenen und weitere Fragen erörtern.

Die Ankündigung der Konferenz wurde von der internationalen scientific community mit großem Interesse aufgenommen. Es ist die erste Tagung dieser Art, wodurch das Centrum für Jüdische Studien an der Karl Franzens-Universität einmal mehr seine internationale Vorreiterrolle belegt. Damit wird auch zum internationalen Profil der hiesigen Universität beigetragen.

Kai Ginkel: "Noise. Klang zwischen Musik und Lärm"

"Noise. Klang zwischen Musik und Lärm" © transcript
"Noise. Klang zwischen Musik und Lärm"
© transcript

Wann wird Klang zur Musik, wann wird er als Lärm erfahren? Und welche soziale Praktiken stehen dahinter?

Gegenüber dem Visuellen und der Sprache ist der Klang bislang eine vernachlässigte Kategorie der Sozialwissenschaften - obgleich das Auditive ein essenzieller Bestandteil sozialer Ordnungsbildungen ist. Kai Ginkel (Kunstuniversität Graz) untersucht in seiner „klangsoziologischen" Studie das Hören nicht naturalistisch als kognitiv-sensorischen Aufnahmevorgang, der rein individuell geleistet wird. Demgegenüber vertritt er das Verständnis, dass Hörerfahrung  sozial hergestellt wird und dabei auf kollektive Lernerfahrung rekurriert. Im Zentrum steht demnach die Fragestellung: Was wird sozial geleistet, um eine Erfahrung von Klang als sinnvoll oder nicht sinnvoll, als musikalisch oder nicht musikalisch herzustellen? Ginkels Arbeit basiert auf der Methode der teilnehmenden Beobachtung sowie auf Grundannahmen der soziologischen Praxistheorien.

Gegenstand der Studie ist „Noise", eine Art der meist elektronischen Klang- und Musikproduktion. Alle Spielarten verbindet die starke Verzerrung, Verfremdung, das Rauschen. PraktikerInnen positionieren sich in Opposition zur „normalen" Musik und treten ihr gegenüber gezielt provokativ auf. Im Noise ist es legitime Praxis, dass selbst ein durchgehendes Rauschen ohne Variation als Musikstück verhandelt werden kann. Dass die Frage „Musik oder störender Lärm?" für KünstlerInnen, Fans und Zaungäste praktisch relevant ist, prädestiniert Noise somit als Fallstudie für die Erforschung musikalischer Sinnstiftung. Die Studie entschlüsselt die Praxis jener Sinnstiftung im Zuge detailreicher Beschreibungen und Analysen in Hinblick auf Verkörperung, Räumlichkeit, Technizität, Wissen und Kompetenz sowie mit einem durchgehenden Fokus auf die Produktivität sozialer Deutungskonflikte.

Die Publikation erschien im transcript Verlag.

Dieter A. Binder, Georg Hoffmann, Monika Sommer, Heidemarie Uhl : "41 Tage. Kriegsende 1945 - Verdichtung der Gewalt"

"41 Tage. Kriegsende 1945 - Verdichtung der Gewalt"-Cover © Mandelbaum Verlag
"41 Tage. Kriegsende 1945 - Verdichtung der Gewalt"-Cover
© Mandelbaum Verlag

Anlässlich der 70jährigen Wiederkehr des Kriegsendes 1945 wurde im Jahr 2015 die von der Karl-Franzens-Universität Graz und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam entwickelte und erstellte Ausstellung „41 Tage. Kriegsende 1945 - Verdichtung von Gewalt" gezeigt. Diese fokussierte auf die letzten 41 Tage des Zweiten Weltkrieges im heutigen Österreich, und thematisierte mit den darin in Erscheinung tretenden Gewaltmechanismen und -komplexen eine bis heute kontrovers diskutierten und gleichzeitig kaum aufgearbeiteten Aspekt der NS-Zeit. Unter dem Ehrenschutz des österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer wurde die Ausstellung, als nationaler österreichischer Beitrag zum Gedenkjahr, von April bis Juli 2015 am Heldenplatz in Wien, von Oktober bis November 2015 im Universalmuseum Joanneum in Graz (mit steirischen Schwerpunkten) und im November 2016 im Kulturquartier Linz der Öffentlichkeit präsentiert.

Das Buch zur Ausstellung "41 Tage. Kriegsende 1945 - Verdichtung der Gewalt" liegt nun  vor! Die Publikation erschien im Mandelbaum Verlag.

„European Summit of Industrial Biotechnology 2016" (Austrian Centre of Industrial Biotechnology / acib)

ESIB - Marke/Logo © acib
ESIB - Marke/Logo
© acib

Das Austrian Centre of Industrial Biotechnology (acib), eines der erfolgreichsten steirischen Kompetenzzentren und als COMET-K2-Zentrum ein essenzieller Partner für die internationale Industrie, eröffnete 2016 ein neues Forum des wissenschaftlichen Austausches: Der „European Summit of Industrial Biotechnology" (kurz: ESIB) positioniert den Forschungsstandort Österreich im  Allgemeinen und die steirische Biotechnologie im Besonderen auf der globalen Forschungslandkarte und geht über herkömmliche Formate, veraltete Strukturen und überkommene Konzepte weit hinaus. Neben der Vernetzung von Forschung, Industrie und Politik in wissenschaftlichen Sessions und der Thematisierung von Fragen zu Finanzierungsmodellen und Förderungen kam das acib-Organisationteam seiner gesellschaftspolitischen Verantwortung in hohem Maße nach. Neueste Entwicklungen wie „Open Science" und „Open Innovation" wurden in den Blick genommen, gezielte Veranstaltungsmodule wie „Science Flash" etablierten, förderten und vernetzten den wissenschaftlichen Nachwuchs und ermöglichten den Blick über den sprichwörtlichen Tellerrand. Die Zusammenkunft von Forscherinnen und Forschern aus verschiedensten Disziplinen und Herkunftsländern und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Sichtweisen eröffneten neue thematische Zugänge und Perspektiven.

Insbesondere wurden - und werden auch in den kommenden Jahren - nachhaltige Kooperationen in Form von strategischen Forschungsprojekten und neuen wirtschaftlich verwertbaren Technologien aufgebaut, um einerseits die wissenschaftliche Breite des Zentrums zu vergrößern und andererseits den Wert des Forschungsstandortes Steiermark in all seiner Vielfalt zu bewerben. Das Ziel ist so ambitioniert wie naheliegend: ESIB soll sich als weltweit beachtete steirische Veranstaltungsmarke etablieren und die Kongressstadt Graz in das Licht der Weltöffentlichkeit rücken. Der „European Summit of Industrial Biotechnology" wurde auch mit dem Graz Congress Award 2016 ausgezeichnet.

Die esib 2018 fand unter dem Motto „Products & Production" von 14.-16. November 2017 im Messekongress Graz statt.

Weitere Infos:
Externe Verknüpfung www.esib.at [html]
Externe Verknüpfung Tagungsprogramm 2017 [pdf]