Forschungspreise des Landes Steiermark

⇒ Erzherzog-Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark
⇒ Forschungspreis des Landes Steiermark
⇒ Förderungspreis des Landes Steiermark

Die Ausschreibung 2022 wurde beendet.

DIE PREISE

Um hervorragenden Leistungen auf allen Gebieten der Forschung sichtbare Anerkennung zu verschaffen und sowohl etablierte als auch junge steirische Wissenschafterinnen/Wissenschafter im verstärkten Maße zu wissenschaftlichen Leistungen anzuregen, wurden die „Forschungspreise des Landes Steiermark" (Erzherzog-Johann-Forschungspreis, Forschungspreis und Förderungspreis) geschaffen.


Erzherzog-Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark

Der Preis wird seit 1959 anlässlich des damaligen Gedenkens an den 100. Todestag Erzherzogs Johann von Österreich von der Steiermärkischen Landesregierung als Anerkennung und Würdigung für Arbeiten verliehen. Durch den Erzherzog-Johann-Forschungspreis werden hervorragende Leistungen in allen Wissenschaftsdisziplinen, die die politische, geisteswissenschaftliche und technologische Gesellschaftsentwicklung der Steiermark fördern und im Sinne des joanneischen Gedankens voranbringen, ausgezeichnet. 

Forschungspreis für Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark

Durch den Forschungspreis werden hervorragende Leistungen auf allen Gebieten der wissenschaftlichen Forschung ausgezeichnet. Der Forschungspreis wird als Hauptpreis an anerkannte Wissenschafterinnen und anerkannte Wissenschafter verliehen. 

Förderungspreis für Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark

Durch den Förderungspreis werden hervorragende Leistungen auf allen Gebieten der wissenschaftlichen Forschung ausgezeichnet. Der Förderungspreis wird an eine jüngere Wissenschafterinnen und jüngere Wissenschafter, die zum Zeitpunkt der Bewerbung (Stichtag ist der 20. Mai) ein Alter von 39 Jahren nicht überschritten haben, verliehen.

VORAUSSETZUNGEN

  • Bewerberinnen und Bewerber um einen der „Forschungspreise des Landes Steiermark" (Erzherzog-Johann-Forschungspreis, Forschungspreis oder Förderungspreis) müssen die österreichische oder eine EU-Staatsbürgerschaft besitzen und eines der folgenden Kriterien erfüllen: im Land Steiermark geboren sein oder dort ihren ordentlichen Wohnsitz (Haupt- oder Nebenwohnsitz) oder ein Anstellungsverhältnis zu einer steirischen Hochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung haben. Staatsbürgerinnen/Staatsbürger aus EWR-Staaten und der Schweiz sind österreichischen Staatsbürgerinnen/Staatsbürgern gleichgestellt.

  • Bewerberinnen und Bewerber können auch von Dritten vorgeschlagen werden.

  • Für Arbeiten, die bereits mit einem Preis ausgezeichnet wurden und/oder zeitgleich bei einem anderen Bewerb eingereicht werden, erfolgt keine Preiszuerkennung. 
     
  • Die Bewerberinnen und Bewerber müssen in der wissenschaftlichen Forschung tätig gewesen sein und aufgrund ihrer bisherigen Leistungen die Gewähr für weitere Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der eingereichten Arbeiten bieten.
     
  • Für eine Diplomarbeit, eine Masterarbeit, eine Dissertation, eine PhD-Thesis oder ein abgeschlossenes Lebenswerk wird der Preis nicht vergeben.
     
  • Die Wiedereinreichung einer bereits zuvor eingereichten Arbeit für einen der steirischen Forschungspreise ist zulässig.

  • Für die Preiszuerkennung in allen drei Kategorien kommt eine herausragende wissenschaftliche Arbeit (Habilitation, wissenschaftliche Publikation, Buch oder Monographie) in Betracht. Die Arbeit soll publiziert sein oder sich zumindest in Druck befinden. Bewerben kann man sich nur mit einer Arbeit - außer, es handelt sich um mehrere Fachaufsätze zu einem Thema

AUSWAHL

Die Auswahl der Preisträgerin und des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, welche vom zuständigen Regierungsmitglied der Steiermärkischen Landesregierung bestellt wurde.

DOTATION

Erzherzog-Johann-Forschungspreis: 12.000,00 Euro
Forschungspreis: 12.000,00 Euro
Förderungspreis: 12.000,00 Euro

EINREICHUNG

Bewerbungen um den Forschungspreis 2022 waren vom 2. März bis spätestens 20. Mai 2022 (24:00) per E-Mail an wissenschaft-forschung@stmk.gv.at mittels des aktuellen, vollständig bearbeiteten  ANTRAGSFORMULARES samt den beizulegenden Unterlagen einzureichen. Bewerbungen, die außerhalb des Ausschreibungszeitraumes eingereicht wurden, können nicht berücksichtigt werden.

DOKUMENTE

  AUSSCHREIBUNG - vollständiger Text [pdf]

 STATUT [pdf] - geltend seit 26. Februar 2022

KONTAKT

Referat für Wissenschaft und Forschung

Abteilung 12 Wirtschaft, Tourismus, Wissenschaft und Forschung
Zimmerplatzgasse 13, 8010 Graz

POSTANSCHRIFT: Friedrichgasse 13, 8010 Graz

Für die Beantwortung Ihrer Fragen steht Ihnen die zuständige Referentin, Maria Ladler, jederzeit gerne zur Verfügung.

Maria Ladler
maria.ladler@stmk.gv.at
Tel.: 0316/877-2003

DATENSCHUTZ

Allgemeine Informationen

- zu den Ihnen zustehenden Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerruf und Widerspruch sowie auf Datenübertragbarkeit,

- zu dem Ihnen zustehenden Beschwerderecht bei der Österreichischen Datenschutzbehörde und

- zum Verantwortlichen der Verarbeitung und zum Datenschutzbeauftragten

finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung ( https://datenschutz.stmk.gv.at).

FORSCHUNGSPREISTRÄGERINNEN und -PREISTRÄGER 2021

Von links nach rechts: Barbara Eibinger-Miedl, Julia Danzer, Gabriele Berg, Michael Steiner. Nicht am Foto: Norbert Paulo.
Von links nach rechts: Barbara Eibinger-Miedl, Julia Danzer, Gabriele Berg, Michael Steiner. Nicht am Foto: Norbert Paulo.© Foto Fischer

Wissenschaftslandesrätin MMag.a Barbara Eibinger-Miedl hat am 11. März 2022 vier Persönlichkeiten mit den Forschungspreisen des Landes Steiermark ausgezeichnet. Die Preise sind insgesamt mit 36.000,00 Euro dotiert.


Den ERZHERZOG-JOHANN-FORSCHUNGSPREIS, dotiert mit 12.000,00 Euro, erhält
Univ.-Prof. Mag. DDr. Michael STEINER
vom Institut für Volkswirtschaftslehre der Karl-Franzens-Universität Graz

für die Arbeit:
„WIRTSCHAFT.STEIERMARK Zwischen Utopie und Realität"

Die Wirtschaft der Steiermark hat in den letzten 75 Jahren einen viel beachteten Wandel vollzogen: Sie ist von einem „alten Industriegebiet" zu einer hochindustrialisierten Technologieregion, von einem „Land an der Grenze" zu einem offenen Wirtschaftsraum geworden. Dieser Transformationsprozess hat die Steiermark zu einem vielbeachteten Beispiel sowohl für wirtschaftliche und politische Praxis als auch für die akademische Forschung gemacht.

Dieser Wandel war nicht selbstverständlich: Er war nur durch die Dynamik steirischer Unternehmen möglich, die die Erneuerung vorangetrieben haben. Allerdings waren diese auf ein regionales Umfeld angewiesen, das sie in ihren Bemühungen auf vielfältige Weise unterstützt hat: durch eine technologie- und innovationsorientierte Regionalpolitik, die Antworten auf die jeweiligen Herausforderungen gesucht hat; durch eine regionale und nationale Grenzen überschreitende Landespolitik mit europäischer Perspektive und Sinn für internationale Offenheit; durch eine verbesserte und mobilitätsunterstützende Infrastruktur bis hin zur Digitalisierung; und vor allem durch Forschung, die immer mehr zu einem Universalschlüssel für die Zukunft wird.

„WIRTSCHAFT.STEIERMARK Zwischen Utopie und Realität" zeichnet diese Entwicklung nach und stellt allgemein verständlich den Veränderungsprozess eines Bundeslandes dar, das die Wechselfälle wirtschaftlicher Krisen bewältigt hat und nun zu den wohlhabenden Regionen Europas zählt. Ein wichtiges Element dafür war eine Geisteshaltung, die in dem Band als utopischer Realismus bezeichnet wird: der Wille zur Zukunftsgestaltung trotz widriger Umstände.

Den FORSCHUNGSPREIS des Landes Steiermark, dotiert mit 12.000,00 Euro, erhält
Univ.-Prof.in Dipl.-Biol.in Dr.in Gabriele BERG
vom Institut für Umweltbiotechnologie der Technischen Universität Graz

für die Arbeit:
„Microbiome definition re-visited: old concepts and new challenges"

Die Mikrobiomforschung ist zu einem Thema von großem wissenschaftlichen und öffentlichen Interesse geworden. Der rasche Aufstieg in sehr verschiedenen Forschungs- und Anwendungsfeldern erfordert eine klare, einheitliche Definition. Berg et al. (2020) schlägt eine Definition des Mikrobioms vor, die neueste technologische Entwicklungen und Forschungsergebnisse berücksichtigt. Mikrobiom und Mikrobiota werden klar voneinander differenziert und die Viren in das Mikrobiom eingebettet. Der Artikel präsentiert die allgemein akzeptierte Definition eingebettet in eine historische Einführung, methodische Fragestellungen und Zukunftsaussichten der Mikrobiomforschung und -anwendungen.

Das Mikrobiom ist für alle Gesundheitsfragen unsere Zeit entscheidend: für die menschliche Gesundheit genauso wie für die unseres Planeten. Fast alle Krankheiten gehen mit einer Veränderung des Mikrobioms einher; daraus ergeben sich neue prophylaktische und therapeutische Möglichkeiten. Zusätzlich bietet die Mikrobiomforschung breite Anwendungsmöglichkeiten im Land- und Gartenbau sowie in der Aquakultur. Weiters kann die Mikrobiomforschung Lösungen liefern, dem anthropogen bedingten Klimawandel entgegen zu wirken. Die neue, umfassende Definition wird zusammen mit den vorgeschlagenen Konzepten dazu beitragen, die Vergleichbarkeit von Mikrobiomstudien zu verbessern und zu einem schnelleren Wissenstransfer von der Grundlagenforschung in die Praxis führen.

Den  FÖRDERUNGSPREIS des Landes Steiermark, dotiert mit 6.000,00 Euro, erhält
Mag.a Dr.in Julia DANZER
vom Wegener Center für Klima und Globalen Wandel der Karl-Franzens-Universität Graz

für die Arbeit:
„Globales Klimamonitoring mittels einer neuen Methode zur Berechnung von Atmosphärenprofilen mit hoch-genauer Ionospährenkorrektur"

Der anthropogene Klimawandel ist eine der zentralen Herausforderungen unserer Gesellschaft. Das Fenster für ausreichende Maßnahmen schließt sich schnell und er ist auch Thema wirtschaftlicher, politischer und sozialer Interessenkonflikte. Daher ist es von größter Bedeutung, solides Wissen über den weiteren Fortgang der globalen Erwärmung und unser Klimasystem zu erlangen.

Seit fast 20 Jahren liefert die satellitengestützte Radio-Okkultationstechnik (RO) qualitativ hoch­wertige Daten der globalen Atmosphäre. Der Nutzen reicht von der Wettervorhersage über Klimamonitoring bis hin zur Weltraumwetterforschung. Dabei werden Radiosignale von globalen GPS-Navigationssatelliten zu niedrigfliegenden Empfängersatelliten geschickt. Diese erfahren durch die atmosphärische Brechung eine Phasenweg-Verlängerung, die Aufschluss über Luftdruck, Temperatur und auch Feuchtigkeit in der Atmosphäre gibt. Allerdings üben mit steigender Höhe Messrauschen und die Ionosphäre einen zunehmenden Einfluss auf die Datenqualität aus.

In der eingereichten Verbund-Arbeit wurde eine neue einfach anwendbare Methodik entwickelt, die das Messrauschen stark mildern und die ionosphärische Verzerrung wirksam korrigieren kann. Dies verbessert die Datenqualität in der Stratosphäre und ermöglicht damit global ein genaueres Klimamonitoring, was wiederum zu einem besseren Verständnis unseres Klimasystems beiträgt. Daher hatte auch die „International Radio Occultation Working Group (IROWG)", das internationale Leitgremium im Gebiet, die Verbesserung der Qualität der Stratosphärendaten zu einem zentralen Ziel erhoben. Diesem Ziel hat diese Arbeit als echte Pionierarbeit hervorragend zugearbeitet.

und weiters erhält den FÖRDERUNGSPREIS des Landes Steiermark, dotiert mit 6.000,00 Euro,
Dr. Norbert PAULO
vom Institut für Philosophie der Karl-Franzens-Universität Graz

für die Arbeit:
„Empirische Ethik: Grundlagentexte aus Psychologie und Philosophie"
Habilitation: „Empirically-Informed Moral Epistemology"

Die eingereichten Arbeiten behandeln eines der gegenwärtig am kontroversesten diskutierten Grundlagenthemen an der Schnittstelle zwischen Philosophie und Psychologie, nämlich die Relevanz empirischer Erkenntnisse der Moralpsychologie für die philosophische Ethik als normative Disziplin.

Besonders in der deutschsprachigen Philosophie dominiert spätestens seit Kant eine Position, nach der die Philosophie eine dezidiert nicht-empirische Disziplin ist. Nach diesem sog. Antiempirismus sind empirische Erkenntnisse für philosophische Fragen schlicht irrelevant. Dieser in Österreich und Deutschland tief tradierte Antiempirismus ist einer der Gründe für die in diesen Ländern bis heute besonders tiefe Kluft zwischen Philosophie und Psychologie.

Die eingereichten Arbeiten korrigieren diese Sichtweise. Sie bieten eine neue, kontextbewusste Bestimmung des Verhältnisses zwischen Ethik und Empirie. Es handelt sich um getrennte Disziplinen, die jedoch in vielen Hinsichten fruchtbar interagieren können. Auf dieser Grundlage werden in den Arbeiten eine Reihe neuer Erkenntnisse der empirischen Moralpsychologie diskutiert und ihre Relevanz für die philosophische Ethik im Detail erörtert. Insgesamt wird damit das neue Feld der sog. „empirischen Ethik" etabliert.

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