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Forschungspreise des Landes Steiermark

DIE PREISE

Um hervorragenden Leistungen auf allen Gebieten der Forschung sichtbare Anerkennung zu verschaffen und sowohl etablierte als auch junge steirische Wissenschafterinnen/Wissenschafter im verstärkten Maße zu wissenschaftlichen Leistungen anzuregen, wurden die „Forschungspreise des Landes Steiermark" (Erzherzog-Johann-Forschungspreis, Forschungspreis und Förderungspreis) geschaffen.


Erzherzog-Johann-Forschungspreis des Landes Steiermark

Der Preis wird seit 1959 anlässlich des damaligen Gedenkens an den 100. Todestag Erzherzogs Johann von Österreich von der Steiermärkischen Landesregierung als Anerkennung und Würdigung für Arbeiten verliehen. Durch den Erzherzog-Johann-Forschungspreis werden hervorragende Leistungen in allen Wissenschaftsdisziplinen, die die politische, geisteswissenschaftliche und technologische Gesellschaftsentwicklung der Steiermark fördern und im Sinne des joanneischen Gedankens voranbringen, ausgezeichnet. 

Forschungspreis für Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark

Durch den Forschungspreis werden hervorragende Leistungen auf allen Gebieten der wissenschaftlichen Forschung ausgezeichnet. Der Forschungspreis wird als Hauptpreis an eine anerkannte Wissenschafterin/einen anerkannten Wissenschafter verliehen. 

Förderungspreis für Wissenschaft und Forschung des Landes Steiermark

Durch den Förderungspreis werden hervorragende Leistungen auf allen Gebieten der wissenschaftlichen Forschung ausgezeichnet. Der Förderungspreis wird an eine jüngere Wissenschafterin/einen jüngeren Wissenschafter verliehen. 

VORAUSSETZUNGEN

  • Bewerberinnen/Bewerber um einen der „Forschungspreise des Landes Steiermark" (Erzherzog-Johann-Forschungspreis, Forschungspreis oder Förderungspreis) müssen die österreichische oder eine EU-Staatsbürgerschaft besitzen und eines der folgenden Kriterien erfüllen: im Land Steiermark geboren sein oder dort ihren ordentlichen Wohnsitz (Haupt- oder Nebenwohnsitz) oder ein Anstellungsverhältnis zu einer steirischen Hochschule oder einer außeruniversitären Forschungseinrichtung haben. Staatsbürgerinnen/Staatsbürger von EU-Staaten und Vertragsparteien des Übereinkommens zur Schaffung des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sind österreichischen Staatsbürgern gleichgestellt, soweit es sich aus diesem Übereinkommen ergibt.
     
  • Bewerberinnen/Bewerber können auch von Dritten vorgeschlagen werden.
     
  • Die Bewerberinnen/Bewerber müssen in der wissenschaftlichen Forschung tätig gewesen sein und aufgrund ihrer bisherigen Leistungen die Gewähr für weitere Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der eingereichten Arbeiten bieten.
     
  • Für eine Diplomarbeit, eine Dissertation oder ein abgeschlossenes Lebenswerk wird der Preis nicht vergeben.
     
  • Die Wiedereinreichung einer bereits zuvor eingereichten Arbeit für einen der steirischen Forschungspreise ist zulässig.

AUSWAHL

Die Auswahl der Preisträgerin/des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, welche vom zuständigen Regierungsmitglied der Steiermärkischen Landesregierung bestellt wurde.

DOTATION

Erzherzog-Johann-Forschungspreis: 12.000,00 Euro
Forschungspreis: 12.000,00 Euro
Förderungspreis: 12.000,00 Euro

EINREICHUNG

Bewerbungen sind vom 18.01. bis spätestens 18.04.2019 (24:00 Uhr) per E-Mail an wissenschaft-forschung@stmk.gv.at mittels des vollständig bearbeiteten Externe Verknüpfung ANTRAGSFORMULARES (docx) samt den beizulegenden Unterlagen möglich. Bewerbungen, die außerhalb des Ausschreibungszeitraumes eingereicht werden, können nicht berücksichtigt werden.

DOKUMENTE

Externe Verknüpfung AUSSCHREIBUNG - erschienen in der Grazer Zeitung - Amtsblatt für die Steiermark, Ausgabe Stück 3, 18. Jänner 2019 

Externe Verknüpfung STATUT (geltend seit 14. Februar 2015)

FORSCHUNGSPREISTRÄGERIN und -PREISTRÄGER 2019

von li nach re: Thomas Antonic, Barbara Eibinger-Miedl, Michaela Tanja Haindl, Dieter Schmalstieg © Foto Fischer
von li nach re: Thomas Antonic, Barbara Eibinger-Miedl, Michaela Tanja Haindl, Dieter Schmalstieg
© Foto Fischer

Wissenschaftslandesrätin MMag. Barbara Eibinger-Miedl hat am 29. November 2019 drei Persönlichkeiten mit den Forschungspreisen des Landes Steiermark ausgezeichnet. Die Preise sind insgesamt mit 36.000,00 Euro dotiert.


Den ERZHERZOG-JOHANN-FORSCHUNGSPREIS, dotiert mit 12.000,00 Euro, erhält
Mag. Dr. Thomas ANTONIC
vom Institut für Germanistik der Universität Wien

für die Arbeit:
„Wolfgang Bauer: Werk, Leben, Nachlass, Wirkung. (als Autor)
Wolfgang Bauer: Der Rüssel. Szenische Texte aus dem Nachlass. (als Herausgeber) 
Wolfgang Bauer: Der Geist von San Francisco. Verstreut publizierte und nachgelassene Texte. (Herausgeber)"
Mag. Dr. Thomas Antonic hat sich über ein Jahrzehnt wissenschaftlich mit Werk, Leben, Nachlass und Wirkungsgeschichte des Grazer Schriftstellers Wolfgang Bauer (1941-2005) beschäftigt, dabei zwei wegweisende umfangreiche Monographien (Wolfgang Bauer. Werk, Leben, Nachlass, Wirkung, 2018; Mediographie Wolfgang Bauer 1961-2011, 2011) sowie zahlreiche Publikationen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht. Das erstgenannte Buch hat sich seit seiner Publikation vor einem Jahr bereits als Standardwerk zur Bauer-Forschung etabliert. Antonic ist außerdem der Herausgeber zweier Bände mit Texten aus dem Nachlass Wolfgang Bauers. Durch diese Veröffentlichungen, die international in zahlreichen Medien besprochen wurden, konnte das Werk des 2005 verstorbenen steirischen Autors, das außerhalb der Stadt Graz in Vergessenheit zu geraten drohte, wiederentdeckt werden. Durch Veröffentlichung der 630 Seiten umfassenden Biographie Wolfgang Bauer. Werk, Leben, Nachlass, Wirkung konnte insbesondere darauf aufmerksam gemacht werden, welch enorme Wirkung Bauer und sein Umfeld, d.h. die Literaturszene der Stadt Graz in den 1960er und -70er Jahren, auf den gesamten deutschsprachigen Raum und darüber hinaus ausübte, nicht nur in literarischer, sondern in gesamtgesellschaftlicher Hinsicht. Nicht umsonst titulierte Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek ihren Kollegen als „wichtigsten zeitgenössischen österreichischen Dramatiker". Der 2019 ebenso mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Peter Handke bezeichnete Bauer als „das einzige Genie unter uns allen".



Den FORSCHUNGSPREIS des Landes Steiermark, dotiert mit 12.000,00 Euro, erhält
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Dr. Dieter SCHMALSTIEG

vom Institut für Maschinelles Sehen und Darstellen der Technischen Universität Graz

für die Arbeit:
„Shading Atlas Streaming"
Neben der Übertragung von Filmen über das Internet etabliert sich zunehmend auch das Streaming von Computerspielen. Der Anwender muss keine teure Hardware für Videospiele mehr anschaffen; die Rechenleistung wird einfach in der Cloud gemietet. Es ist naheliegend, diesen Ansatz auf Virtual Reality-Computerspiele auszuweiten. Jedoch erfordert die Darstellung auf Virtual Reality-Brillen eine bis zu 10x höhere Rechenleistung als konventionelle Videospiele, weil mehr Pixel und mehr Bilder pro Sekunde dargestellt werden müssen. Darüber hinaus muss die Darstellung nahezu verzögerungsfrei erfolgen, damit es nicht zum gefürchteten „Nachschwimmen" (Lagging) der Darstellung kommt. Traditionelle Videoübertragung stößt hier rasch an ihre Grenzen. Daher hat Prof. Dieter Schmalstieg mit seinem Team ein neues Verfahren namens Shading Atlas Streaming entwickelt, welches die Bildinformation in einer alternativen Form, basierend auf Objektkoordinaten anstelle von Bildschirmkoordinaten, erzeugt. Dieses Verfahren erlaubt es, mehrere aufeinanderfolgende Bilder aus einem einzigen übertragenen Datensatz zu erzeugen und dadurch die nötige Übertragungsrate deutlich zu senken. Somit wird es möglich, auch auf günstigen Virtual Reality-Brillen mit drahtloser Übertragung (in Zukunft mit 5G-Mobilfunknetzwerken) Computerspiele und andere Inhalte in hoher Qualität darzustellen.



Den FÖRDERUNGSPREIS des Landes Steiermark, dotiert mit 12.000,00 Euro, erhält
Dr. Michaela Tanja HAINDL, BSc MSc
von der Universitätsklinik für Neurologie der Medizinischen Universität Graz  

für die Arbeit:
„Widespread cortical demyelination of both hemispheres can be induced by injection of pro-inflammatory cytokines via an implanted catheter in the cortex of MOG-immunized rats"
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige neurologische Erkrankung im jungen Erwachsenenalter mit bleibender Beeinträchtigung. Die frühe Phase dieser Erkrankung ist davon geprägt, dass sich Krankheitsschübe und schubfreie Phasen mit teilweiser Regeneration abwechseln. Viele Patienten gleiten nach 15 - 20 Jahren dieser Krankheitsphase in die Spätphase der MS über, mit einer stetigen Verschlechterung des Gesundheitszustandes. Im Moment gibt es noch keine Medikamente die diese Krankheitsphase aufhalten könnten oder spezifisch der Gehirnzerstörung entgegenwirken könnten. Dies liegt vor allem daran, dass es lang kein geeignetes Modell zur Erforschung der Krankheitsmechanismen dieser Phase gab. Das in dieser Arbeit vorgestellte Tiermodell schließt diese Lücke und repräsentiert eine verblüffende Ähnlichkeit der Gehirnschäden und zellulären Merkmale, wie man sie von MS Patienten der Spätphase kennt. Neben der so wichtigen Erforschung der Mechanismen bietet dieses Modell zusätzlich die Möglichkeit, potenzielle Medikamente auf deren Wirkung auszutesten. Damit ebnet dieses Modell den Weg zur Erforschung eines spezifischen Medikamentes, das die Gehirnschädigung in der späten Phase der MS aufhalten oder im besten Fall sogar den Eintritt in diese Phase verhindern kann.

REFERENTIN - KONTAKT

Für die Beantwortung Ihrer Fragen steht Ihnen die zuständige Referentin, Frau Maria Ladler, jederzeit gerne zur Verfügung.

maria.ladler@stmk.gv.at
Tel.: 0316/877-2003

DATENSCHUTZ

Allgemeine Informationen

- zu den Ihnen zustehenden Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerruf und Widerspruch sowie auf Datenübertragbarkeit,

- zu dem Ihnen zustehenden Beschwerderecht bei der Österreichischen Datenschutzbehörde und

- zum Verantwortlichen der Verarbeitung und zum Datenschutzbeauftragten

finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung (Externe Verknüpfung https://datenschutz.stmk.gv.at).

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