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"Provinz Denken" (GSK 2018, "Polaritäten in der Wissensgesellschaft")

Ausschreibung geschlossen

Die Ausschreibungsreihe "Polaritäten in der Wissensgesellschaft" wurde im Jahr 2018 zum 5. Mal aktiv. Die Ausschreibung wurde am 26. Juli 2018, 12:00, geschlossen.

Zum Modell einer themengebundenen Ausschreibung
Thema der 5. Ausschreibung (2018)
Verfügbares Budget
Leitmotive und Ziele
Ausschreibung und Einreichung
Nachweise
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pdf-file: Ausschreibung 2018 "Provinz Denken" © Anita Rupprecht
pdf-file: Ausschreibung 2018 "Provinz Denken"
© Anita Rupprecht

Zum Modell

Die zunehmende Internationalisierung der Wissenschaften, vergleichbare Qualitätsstandards und Leistungsindikatoren sowie die Notwendigkeit zur Einwerbung kompetitiver Drittmittel stellen immer höhere Ansprüche an einen Forschungsstandort und damit auch an das (forschungs)politische Umfeld. Gleichzeitig ist die Grundlagenforschung mehr und mehr gefordert, auf gesellschaftliche Bedürfnisse einzugehen und bedarf adäquater Finanzierungsmodelle. Diese Tendenzen gelten im Großen und Ganzen für sämtliche Disziplinen, für die Geistes-, Sozial-, Kunst- und Kulturwissenschaften (kurz: GSK-Wissenschaften) aber im Besonderen. Im Vergleich zu technologiebezogenen Disziplinen (zB elektronische Medien, Simulation, Fahrzeuge der Zukunft) bleibt die öffentliche Wahrnehmung von geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Forschungsergebnissen eher gering. Forschungsaufträge der Wirtschaft sind im Wesentlichen nicht vorhanden, die Sponsorenliste bleibt überschaubar.

Doch gerade die GSK-Wissenschaften übernehmen eine wichtige Funktion in Hinblick auf die gesellschaftliche, kulturelle und demographische Entwicklung unseres Landes, sie sind kritische Stimmen und "Wissensspeicher" zugleich und leisten einen weitaus größeren Beitrag zur Entwicklung ernsthafter Lösungsansätze, als von der Öffentlichkeit wahrgenommen oder (wert)geschätzt wird.

Die im Jahr 2014 eingerichtete Ausschreibungsreihe Polaritäten in der Wissensgesellschaft unternimmt vor dem Hintergrund dieser Leitgedanken den Versuch, sich der aktuellen Herausforderungen an Wissenschaft, Forschung und Entwicklung anzunehmen und dabei sowohl der Besonderheiten des Wissenschaftsstandortes Steiermark als auch der unterschiedlichen Anforderungen einzelner Disziplinen bewusst zu bleiben; sie unterstützt vornehmlich die Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften bei der Etablierung von Netzwerken und der späteren Einbindung in internationale Großforschungsprogramme. Das Förderungsformat ist thematisch gebunden und greift brisante Problemstellungen auf: die jährliche Fokussierung auf ein aktuelles Spezialthema wie auch die limitierte Förderungsprojektauswahl stellen Qualität vor Quantität.

Interdisziplinarität, Chancengleichheit, Diversität und wissenschaftliche Integrität sind grundsätzlich voraus zu setzen.

Thema der 5. Ausschreibung (2018): "Provinz Denken"

Das Land und seine regionale Identität werden heute wieder gern beschworen, mitunter sogar verklärt. Was einst als provinziell abgetan wurde, liegt wieder ganz im Trend, man denke an die „Wiederentdeckung" der Tracht. Und dennoch sorgt der Begriff Heimat weiterhin für Ambivalenz, insbesondere dann, wenn er mit „veraltet" assoziiert wird oder an eine dunkle Zeit gemahnt.

Wie die/der Einzelne eine bestimmte Region auch subjektiv empfinden mag: die regionale Identität kann nicht vorgegeben werden, aber regionale Identitätsangebote können ausformuliert werden, um das Selbstverständnis einer Region zu festigen, die „Provinz" wieder ins Gespräch zu bringen und der „Ausdünnung" der Regionen entgegen zu wirken. Gerade in der heutigen, schnelllebigen Zeit der rasanten Entwicklungen, in der wir kaum mehr zwischen „analog" und „digital" unterscheiden können, werden Werte und Zukunftsentwürfe wieder großgeschrieben, denn sie sind elementar.

Regionale Identitätsangebote sind vor allem dann wirksam, wenn sie eine tatsächliche Orientierung bieten und zukunftsgerichtet sind. Die Vermittlung von Wissen über die Region und die „Mitnahme" der Bürgerinnen und Bürger erleichtern die Orientierungsfunktion. Mit dem tendenziell schwindenden Wissen zu einer Region und einer einseitigen, nur auf einige wenige Lebensbereiche beschränkten Akzentuierung von Angeboten schwinden auch die Nachhaltigkeit und die Einzigartigkeit einer bestimmten Region (zB Wandergebiet, Naturpark, Genussregion, Freizeitparadies, Bildungsstandort) und verlieren insbesondere traditionsreiche Klein- und Mittel- Unternehmen das Interesse des Kundenkreises und damit auch den wirtschaftlichen Anschluss. Die Angebote werden mehr und mehr standardisiert, an den Geschmack und die Nachfrage der Masse angepasst. Die aktive Teilhabe sinkt.  Auch die Vielfalt und die Anzahl an (Freizeit)Angeboten steigern sich, während dem Menschen in der modernen Wissensgesellschaft immer weniger Zeit zur Verfügung steht. Zweifelhafte bzw. unseriöse Angebote sind oft nur schwer als solche zu erkennen, auf ein Überangebot folgt die Resignation. Bricht ein Rädchen im Gefüge des regionalen Konzeptes (etwa durch Konkurs oder Abwanderung eines entscheidenden Anbieters), so zerfällt auch die Gesamtidee. Regionale Konzepte werden mehr und mehr konstruiert oder auf das „Spektakuläre" reduziert - das Land verliert an Authentizität.

  • Sind regionale Angebote nur so lange interessant, wie sie „hippen" und tendenziell kurzlebigen Trends entsprechen? Wie modern und zukunftsfähig bleibt das regionale Konzept, wenn die Trends veralten? 
  • Wie weit darf, wie weit muss Vermarktung gehen, um die Region (als Wohnsitz, als Ausflugsziel, als Wirtschaftsstandort. etc.) attraktiv zu machen und wie hoch dürfen bzw. müssen die Ziele gesteckt werden?
  • Werden langfristige, nachhaltige und solide Konzepte zugunsten des schnellen großen Wunsches nach Attraktivität und Prosperität zurückgedrängt?

Mit Sicherheit bedarf es neu gestellter Fragen und innovativer Ansätze, um den Mut zu regionaler Authentizität (wieder?) zu beleben.

Verfügbares Budget

Für die 5. Ausschreibung der Reihe Polaritäten in der Wissensgesellschaft zum Thema "Provinz Denken" steht ein grundsätzliches Förderungsbudget in Höhe von insgesamt € 1,000.000,00 zur Verfügung.

Leitmotive und Ziele

Entsprechend der Forschungsstrategie des Landes Steiermark wird interdisziplinäre Forschung angeregt bzw. werden Schwerpunkte für ganzheitliche und komplementäre Forschung gesetzt. Dabei sollen insbesondere für die Steiermark relevante Themen bearbeitet und ein Beitrag zur Identitätsstiftung und zur gesellschaftlichen Partizipation geleistet werden. Wissen und Bildung, Lebens-, Arbeits- und Lernwelten des 21. Jahrhunderts, Diversität und Integration sowie Auswirkungen des demographischen und gesellschaftlichen Wandels in der Steiermark, nicht zuletzt in Regionen und/oder peripheren Gebieten, sind im Rahmen der Themenstellungen in den Blick zu nehmen und zu bearbeiten.

Das Dachthema Polaritäten in der Wissensgesellschaft dient dabei als Orientierungsrahmen. Die vorhandenen Standortvorteile sind zu nutzen, eine gemeinsame Ausrichtung der Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung zu unterstützen und die Entwicklung von Leitprojekten zu ermöglichen. Universitäten, Fachhochschulen, Hochschulen sowie außeruniversitäre wissenschaftliche Einrichtungen werden ermutigt, sich durch gemeinsame Schwerpunktthemen in den kritischen Diskurs über gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen einzubringen und diese entlang von Kooperationen mitzugestalten.

Ausschreibung und Einreichung

Die Förderung wissenschaftlicher Projekte zum Thema "Provinz Denken" wurde im Zeitraum

25. Mai bis 26. Juli 2018, 12:00,

ausgeschrieben.

Externe Verknüpfung Ausschreibungsdokument [pdf]

Einreichungen waren ausschließlich unter Verwendung der folgenden Formblätter vorzunehmen:

Externe Verknüpfung Inhaltliches Antragsformblatt [docx]

Externe Verknüpfung Kosten-/Finanzierungsplan & Abrechnungsformular [xlsm]
(in der Phase der Antragstellung sind nur PLAN-Kosten und PLAN-Einnahmen zu erfassen).

Der Gesamtantrag war unter Beilage der in dieser Ausschreibung geforderten Unterlagen fristgerecht, unterfertigt durch

  • die Rektorin/den Rektor oder die Vizerektorin/den Vizerektor für Forschung der steirischen Universität bwz. Hochschule bzw. Fachhochschule
  • die Geschäftsführerin/den Geschäftsführer der steirischen Forschungseinrichtung bzw. die Obfrau/den Obmann des in der Steiermark angesiedelten Vereines
    einzureichen und in elektronischer Form (unterzeichnetes Antragsformbatt als pdf)

per E-Mail oder 
bei großer Datenmenge auf CD gebrannt oder einen USB-Stick gespeichert über den Postweg
zu übermitteln an:

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 8 Gesundheit, Pflege und Wissenschaft
Referat Wissenschaft und Forschung
Haus der Gesundheit, Friedrichgasse 9, 8010 Graz
anita.rupprecht@stmk.gv.at
wissenschaft-forschung@stmk.gv.at

Nicht unterschriebene bzw. nicht in vorgeschriebener Form zur Vorlage gelangte Anträge können nicht berücksichtigt werden.

Nachweise

Die Förderungsnehmerin/Der Förderungsnehmer ist dazu verpflichtet, die widmungsgemäße Förderungsverwendung nach Projektabschluss nachzuweisen, die Projektrealisierung mittels einer inhaltlichen Berichterstattung zu belegen und die zugesprochene Förderung ordnungsgemäß abzurechnen. Die konkreten Bestimmungen werden im Ausschreibungsdokument (III, IV) präzise definiert! Bitte studieren Sie die Vorgaben sorgfältig!

Die Abrechnung erfolgt ausschließlich unter Verwendung des in der Phase der Antragstellung eingereichten, projekteigenen xlsm-Formulars  "Kosten-/Finanzierungsplan & Abrechnungsformular" (abrufbar im Absatz "Ausschreibung und Einreichung"). Zu dokumentieren sind nunmehr IST-Kosten und IST-Einnahmen. Insgesamt sollen PLAN- und IST-Daten übereinstimmen (Abweichungen pro Kostengruppe bis maximal 10%)

Das Formular ist in elektronischer Form (unbedingt im Excel-Format) vorzulegen. Das Titelblatt (1. Tabellenblatt) ist zusätzlich auszudrucken, zu unterzeichnen und gescannt als pdf vorzulegen.

Die maßnahmenverantwortliche Förderungsstelle entscheidet auf Basis dieser Dokumentation über die Quantität und die Auswahl der vorzulegenden Einzelbelege.

Eine Abweichung der tatsächlich anfallenden Kosten von den antragsmäßig veranschlagten Plan-Kosten um mehr als 10% pro Kostengruppe ist, sobald dem Förderungsnehmer bekannt, zu melden.

Sollten sich die tatsächlich angefallenen Kosten (IST) gegenüber den Plan-Kosten um mehr als 10% pro Kostengruppe gesenkt haben und sollte dies nicht gemeldet und von der Abteilung 8 genehmigt worden sein, so reduziert sich die Förderung anteilig im entsprechenden Verhältnis.

Kontakt / Ansprechpartnerin

Mag. Anita RUPPRECHT
Amt der Steiermärkischen Landesregierung
Abteilung 8 - Gesundheit, Pflege und Wissenschaft
Referat Wissenschaft und Forschung
(Zimmerplatzgasse 13, 8010 Graz)
Postanschrift: Haus der Gesundheit, Friedrichgasse 9, 8010 Graz
E-mail
Tel.: (0316) 877-4672

Datenschutz

Allgemeine Informationen

- zu den Ihnen zustehenden Rechten auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Verarbeitung, Widerruf und Widerspruch sowie auf Datenübertragbarkeit,

- zu dem Ihnen zustehenden Beschwerderecht bei der Österreichischen Datenschutzbehörde und

- zum Verantwortlichen der Verarbeitung und zum Datenschutzbeauftragten

finden Sie auf der Datenschutz-Informationsseite der Steiermärkischen Landesverwaltung (Externe Verknüpfung https://datenschutz.stmk.gv.at).

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